Shinkansen Supreme Japan testet neuen Hochgeschwindigkeitszug

Leiser, leichter und bequemer soll der Shinkansen Supreme sein. Die Testfahrten mit dem neuen Hochgeschwindigkeitszug haben gerade begonnen.
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Japans Concorde für die Schiene
Futuristische Form
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Die Schnauze langgezogen und flach, der Rumpf schlank und lang mit Fenstern, deren Form an Flugzeuge erinnern, gleitet der Zug wie aus einem Science-Fiction-Film in den Bahnhof Tokio ein. Die faszinierende Aura, die Japans Hochgeschwindigkeitszug Shinkansen umgibt, vermag nicht nur bei Eisenbahnfreaks ein ähnliches Staunen hervorzurufen wie einst das Überschallflugzeug Concorde.

Mit dem Shinkansen zur Wirtschaftsmacht
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Als vor über 50 Jahren der erste Shinkansen durch Japan brauste, begann der Aufstieg des Landes zur Wirtschaftsmacht. Nicht einmal zwei Jahrzehnte zuvor hatte Japan im Zweiten Weltkrieg eine bittere Niederlage erlitten, nun präsentierte es mit dem schlanken Shinkansen Spitzentechnologie und eines der modernsten Verkehrssysteme der Welt.

Rechtzeitig zu den Olympischen Spielen in Tokio fertig
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Die erste Strecke mit einer Länge von rund 515 Kilometern wurde am 1. Oktober 1964 rechtzeitig zu den Olympischen Spielen in Tokio zwischen der Hauptstadt und Osaka eröffnet worden. Seither wurde das Streckennetz des Shinkansen, was auf Deutsch „Neue Hauptstrecke“ bedeutet, immer mehr ausgebaut. Mehr als 10 Milliarden Fahrgäste wurden bislang darauf befördert.

Prominente Passagiere
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Unter ihnen befanden sich auch zahlreiche Prominente wie hier Bundeskanzlerin Angela Merkel. Bei ihrem Japan-Besuch im August 2007 nutzte sie den Shinkansen für ihre Reise von Tokio in die alte Kaiserstadt Kyoto.

Mit dem Zug die Heimat neu entdecken
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Viele Japaner entdeckten mit dem Shinkansen ihr Land neu. So bietet die Trasse grandiose Sicht auf Japans höchsten Berg, den majestätischen Fuji. Der futuristische Zug vor dem schneebedeckten Vulkan liefert das perfekte Symbolbild für Japans Mischung aus alt und neu.

Seiner Zeit weit voraus
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Die Japaner waren ihrer Zeit weit voraus. Der Erfolg des Shinkansen sollte später auf viele Staaten Europas ausstrahlen. Heute fahren zwar auch in anderen Ländern Hochgeschwindigkeitszüge, darunter der ICE in Deutschland. Dennoch haftet Japans „bullet trains“ (Geschoss-Züge) mit ihrem futuristischen Design weiter eine Aura an, die sie von anderen unterscheidet.

Nach 40 Jahren das erste Mal aus der Spur
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Der Shinkansen genießt dabei zugleich noch immer den Ruf, der sicherste Hochgeschwindigkeitszug überhaupt zu sein. Entsprechend fassungslos waren die Japaner, als im Oktober 2004 nach einem Erdbeben ein Shinkansen zum ersten Mal aus der Spur sprang – obgleich dabei niemand zu Schaden gekommen war. Noch tagelang war der entgleiste Zug im staatlichen Fernsehen zu sehen, so sehr nagte der Vorfall am Stolz der gesamten Nation.

BerlinEin neuer, schneller Zug für Japan: Die japanische Eisenbahngesellschaft Central Japan Railway Company (JR Central) testet eine überarbeitete Version ihres Hochgeschwindigkeitszugs Shinkansen. Der neue Zug soll ab 2020 im Einsatz sein.

Äußerlich unterscheidet sich der Shinkansen N700S, auch Shinkansen Supreme genannt, nicht sehr von seinem Vorgänger N700A, der seit 2013 im Einsatz ist. Die Nase des Triebwagens wurde etwas verändert, um die Luftströmung zu verbessern und die Geräuschentwicklung in Tunneln zu reduzieren.

Auch der neue Zug wird aus 16 Wagen bestehen. Er ist allerdings deutlich leichter als die vorherige Version: Er wiegt rund elf Tonnen weniger. Möglich wurde dies unter anderem durch Veränderungen am Belüftungssystem sowie durch den Einsatz neuer Materialien bei den Motoren des Triebzuges. Dadurch wird der Zug auch weniger Leistung aufnehmen.

Unterwegs mit den schnellsten Zügen der Welt

Unterwegs mit den schnellsten Zügen der Welt

Der N700S hat abgesehen von den beiden Triebwagen nur zwei verschiedene Wagen – beim N700A waren es sechs. Dadurch soll der Zug auch in einer Konfiguration mit acht oder zwölf Wagen einsetzbar sein. So werde der Zug attraktiv für andere Eisenbahngesellschaften in Japan oder dem Ausland werden, kalkuliert JR Central.

Veränderungen gibt es auch innen: So sollen die Sitze bequemer sein und die Fahrgäste mehr Fußraum zur Verfügung haben. Zudem bekommt jeder Sitz eine Steckdose.

JR Central stellte den neuen Zug vor einigen Tagen vor. Die Testfahren haben gerade begonnen. Der Zug soll 2020 regulär auf der Tokaido-Shinkansen-Strecke zwischen Tokio und Shin-Osaka eingesetzt werden. Dort wird er mit einer Geschwindigkeit von 285 km/h unterwegs sein.

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3 Kommentare zu "Shinkansen Supreme: Japan testet neuen Hochgeschwindigkeitszug"

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  • ... und ab 30 Sekungen Verspätung muss ein Raport geschrieben werden, meiner Erinnerung nach.

  • Na ja, 15 Sekunden, als ob es Leben rettet, aber sehr werbewirksam. Was immer vergessen wird, ist das Streckennetz. Für Deutschland gibt es eine Karte, die die Durchschnittsgeschwindigkeit auf Streckenabschnitten zeigt. So kann man in den meisten Großstädten auf dem letzten Kilometer getrost aufs Fahrrad umsteigen. Auch die Geißlinger Steige kann man nicht mit Tempo 250 erklimmen. Aber hierzulande, im 80% gebirgigen Deutschland wollte man ja unbedingt den geschmeidigeren Transrapid verhindern. Ja klar, das war der Frontalangriff auf die Autokonzerne und den Binnenflugverkehr. In Frankreich, das umgekehrt zu 80% flach wie 'ne Flunder ist und wo die Bahnhöfe bewusst an den Stadtrand gelegt wurden und die Strecken napoleonisch stangengerade sind, ist Rad-Schiene natürlich wirtschaftlicher - mit entsprechend schlechten Karten für Binnenflug und Auto. Ein Blick auf RENFE und Spanien lohnt sich auch. Dort hat sich Rad-Schiene auch deutlich Marktanteile geholt. Da ist die Streckenführung aber auch nicht so verknäult wie hierzulande. Als ob jeder Reisende unbedingt ins Stadtzentrum der Großstädte muss. Von dort - siehe München - beginnt die die weitere, zeitfressende Odyssee, womit ich eben nicht gesagt habe, dass der TR das geeignete Mittel für die Flughafenanbindung gewesen sei (ich heiße ja nicht Stoiber). Im Gegenteil: Der Transrapid ist ein Langstreckenvehikel zur Anbindung an Metropolen. Den Zugang zur jeweiligen Innenstadt kann der ÖPNV bewerkstelligen oder eine angesiedelte Autovermietung (wie an Flughäfen).

  • Man bedenke: in J gilt ein Shinkansen als verspätet, wenn er 15 Sekunden später eintrifft als im Fahrplan vorgesehen.

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