Shuttle Discovery
Nach der Fehlersuche ist vor dem Start

Nach zweiwöchiger Zwangspause soll es für die Raumfähre Discovery in der kommenden Nacht endlich losgehen: Mit einem neuen Solarflügel für die Raumstation ISS startet das Space Shuttle vom Weltraumbahnhof in Cape Canaveral. Doch der Countdown für das endgültige Ende des Weltraumveteranen und seiner Schwesterschiffe läuft bereits.
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HB WASHINGTON/CAPE CANAVERAL. Nach mehreren verschobenen Starts wegen technischer Probleme soll die US-Raumfähre „Discovery“ in der Nacht zum Donnerstag nun endlich abheben. Geht alles nach Plan, wird das Shuttle um 2.20 Uhr am Donnerstagmorgen MEZ zur Internationalen Raumstation ISS aufbrechen. Die Wetteraussichten seien günstig, zudem gebe es aktuell keine technischen Probleme, hieß es von der US-Weltraumbehörde Nasa.

Mit einer derart günstigen Prognose war bei der letzten Startverschiebung vor gut zwei Wochen nicht unbedingt zu rechnen. Ein Start am 12. März werde lediglich „versuchsweise“ ins Auge gefasst, hieß es seinerzeit. Nasa-Techniker arbeiteten zum Zeitpunkt der Erklärung fieberhaft an der Reparatur von drei Ventilen, die den Wasserstofffluss zwischen Triebwerken und Außentank kontrollieren und so für stabile Druckverhältnisse im Tank sorgen sollen.

Was die Experten vor allem beunruhigte, war die Tatsache, dass sich die Ursache des Fehlers, der schon einmal bei einer Mission der Raumfähre Endeavour im vergangenen Jahr aufgetreten war, nicht finden ließ. „Es ist wie mit einem Auto, das einen Elektronikdefekt hat: Wenn Sie in der Werkstatt ankommen, können die Mechaniker keinen Schaden finden", so Wayne Hale, Direktor des Shuttle-Programms der Nasa.

Inzwischen sind die betroffenen Bauteile ausgewechselt. Alle Tests mit den neuen Ventilen verliefen positiv, so dass eigentlich nur noch schlechtes Wetter am Weltraumbahnhof in Cape Canaveral (US-Bundesstaat Florida) den Start verhindern könnte. Und auch da gibt sich die Nasa optimistisch: Ihre Meteorologen gehen von einer Wahrscheinlichkeit von 90 Prozent für akzeptable Bedingungen zum Starttermin aus.

Wichtigste Aufgabe der zweiwöchigen Discovery-Mission ist es, den vierten und damit letzten Solarflügel zu liefern und zu installieren. Dafür sind vier Außeneinsätze von Astronauten der Discovery-Crew geplant. Mit dem Einbau des Solarflügels soll die ISS in die Lage versetzt werden, genügend Strom zu produzieren, um bis zu sechs Astronauten über längere Zeit zu versorgen – ein wichtiger Meilenstein beim Ausbau der Station, der im kommenden Jahr abgeschlossen sein soll.

So lange werden auch die Space Shuttles der Nasa noch im Einsatz bleiben. Denn trotz aller technischen Schwachstellen (siehe Grafik) sind die Weltraumveteranen für den Ausbau der ISS unverzichtbar, weil nur sie genügend Ladekapazität haben, um große Bauteile ins All zu befördern. So sind für dieses Jahr neben der Discovery-Mission noch fünf weitere Shuttle-Starts geplant. Im Mai 2010, nach über 25 Dienstjahren, soll dann das endgültige Aus für die drei verbliebenen Raumfähren kommen. Vorausgesetzt, der neue Nasa-Chef, den US-Präsident Barack Obama noch ernennen muss, entscheidet sich nicht für eine Fortsetzung des Programms.

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