Shuttle-Flug für Notreparatur
Rettung für das Weltraumteleskop „Hubble“

Die US-Weltraumbehörde Nasa geht das Risiko eines Space Shuttle Flugs zum Ausbau des 16 Jahre alten Weltraumteleskops doch noch einmal ein. Astronomen auf der ganzen Welt jubeln, immerhin würde „Hubble“ ohne eine Notreparatur schon 2009 oder 2010 unbrauchbar - und damit das Auge der Menschheit im Weltall.

HB WASHINGTON. Für die weltweite Fan-Gemeinde von „Hubble“ war es wie Weihnachten an Halloween: Die US-Raumfahrtbehörde Nasa verteilte vorzeitig Geschenke und wird jetzt doch das Weltraumteleskop retten. Frühestens im Mai 2008 wird die Raumfähre „Discovery“ mit einer siebenköpfigen Besatzung an Bord zum fünften und endgültig letzten Wartungseinsatz zu „Hubble“ fliegen. Das gab Nasa-Direktor Michael Griffin am Dienstag unter großem Beifall der Nasa-Beschäftigten im Goddard-Flugzentrum bei Washington bekannt.

Während des elftägigen Weltraumeinsatzes muss die Crew um Kommandant Scott Altman die sechs Batterien sowie Teile der Kreiselstabilisatoren austauschen. Mit diesen Gyroskopen wird das Himmelslaboratorium rund 600 Kilometer über der Erde auf Kurs gehalten und werden Zielobjekte im All fixiert. Nach den Worten von Griffin sind vier bis fünf Außenbordeinsätze vorgesehen. Ohne diese Notreparaturen würde sich „Hubble“ irgendwann ab Ende 2008 aus dem Wissenschaftsmodus verabschieden. Jetzt wird das Teleskop bis mindestens zum Jahr 2013 seine elektronischen Augen tief ins Universum richten.

Einzigartige Erfolgsgeschichte

„Hubble“ hat wegen seiner einzigartigen Erfolgsgeschichte praktisch Kultstatus erreicht. Die Lobeshymnen reichen vom „Juwel“ bis hin zum „Rockstar der Astronomie“. Für die Nasa ist es ein Flaggschiff in der Weltraumforschung. Dennoch hatte die Raumfahrtbehörde zunächst den notwendigen Wartungsflug nach dem tödlichen Unglück der Raumfähre „Columbia“ am 1. Februar 2003 wegen des Sicherheitsrisikos gestrichen.

Nach ersten unscharfen Bildern und einer ersten Notreparatur 1992 hat das Teleskop unter anderem dabei geholfen, das Alter des Universums auf 13,7 Mrd. Jahre festzulegen und die Existenz von so genannten „schwarzen Löchern“ zu bestätigen. Zu den Sternstunden gehört dabei der Blick in die Tiefen und Anfänge unseres Universums. Mehr als 4000 wissenschaftliche Arbeiten folgten der „Hubble“- Forschung. Bis heute hat das nach dem US-Astronomen Edwin Hubble benannte Teleskop mehr als 750 000 zumeist spektakuläre Bilder von explodierenden Sternen oder Galaxien zur Erde gefunkt. Rund 7000 Wissenschaftler werten weltweit die Aufnahmen aus. Die mit Hilfe des Weltraumteleskops gewonnenen Erkenntnisse sind mittlerweile in zahlreiche Lehrbücher der Astronomie eingeflossen.

Seite 1:

Rettung für das Weltraumteleskop „Hubble“

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%