Sicherheit
Keine Angst vor Robotern

Schon heute arbeiten Roboter in Fabriken mit Menschen Hand in Hand. Die Arbeiter müssen jedoch vor ihren stählernen Kollegen geschützt werden. Bislang geschieht dies mit Hilfe von Schutzzäunen und Lichtschranken. Der Hersteller von Sicherheitssystemen für die Automation, die Firma Pilz aus Ostfildern in der Nähe von Stuttgart, hat eine elektronische Alternative entwickelt.

DÜSSELDORF. Die bisherigen sicherheitstechnischen Lösungen für die automatisierte Produktion sind mit deutlichen Nachteilen verbunden. „Mit optoelektronischen Schutzeinrichtungen wie Laserscannern oder Lichtgittern lassen sich keine Räume, sondern allenfalls Ebenen überwachen“, sagt Renate Pilz, die geschäftsführende Gesellschafterin des gleichnamigen Unternehmens. Fehlt eine freie Sichtverbindung, muss die Arbeitsstation zusätzlich mit Trittmatten abgesichert werden.

Hinzu kommt, dass übliche Schutzeinrichtungen bei Gefahr einen sofortigen Stillstand des Roboters auslösen. Das verursacht Verzögerungen in der Produktion, denn für den Neustart muss der Roboter exakt an die Position gefahren werden, an der er vor dem Stopp angelangt war.

Um dies zu ändern, entwickelten Ingenieure bei Pilz das Sicherheitssystem Safety-Eye. Kameras überwachen die Roboterzelle und umgeben den Gefahrenbereich wie ein maßgeschneiderter Schutzkokon. Die Roboter-Arbeitsstationen sind offen zugänglich. Absperrungen sind nicht mehr notwendig.

Als Partner konnten sie einen ihrer Kunden gewinnen: den Automobilbauer Daimler-Chrysler in Sindelfingen. Dessen Sicherheitsexperten waren ebenfalls auf der Suche nach einer neuen Überwachungstechnik. Der Autobauer brachte die Technik zur dreidimensionalen Bildauswertung ein, Aufgabe von Pilz war es, das System industrietauglich zu machen und zu produzieren.

Die Sicherheitslösung ist inzwischen marktreif, die ersten zehn Systeme werden in diesen Tagen im Karosserie-Rohbau von Daimler-Chrysler in Sindelfingen installiert. „Für die Mitarbeiter ist die neue Sicherheitstechnik gewöhnungsbedürftig“, berichtet Anton Hirzle, Leiter Automatisierungstechnik bei Daimler-Chrysler in Sindelfingen von den ersten Erfahrungen. Die Maschine ist abgesichert, aber man sieht es nicht. Daher werde man in einer Übergangszeit nicht auf Sichtbarrieren verzichten können. „Diese können wir aber nun flexibler aufbauen. Wir sind nicht mehr an die starren Schutzzäune gebunden“, sagt Hirzle.

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