Sicherheitsmaßnahmen
"Discovery"-Crew untersucht mögliche Schäden

Nach dem Start der "Discovery" hat die Besatzung am Mittwoch damit begonnen, mögliche Schäden am Rumpf der US-Raumfähre zu untersuchen. Über Fernsteuerung klappten die Astronauten einen mit Laser ausgerüsteten Roboterarm aus. Später sollten die Tragflächen der Fähre mit dem Arm auf Beschädigungen untersucht werden.

HB HOUSTON. Ein auf 30 Meter verlängerter Roboterarm sei ausgefahren worden, und eine daran befestigte Kamera untersuche mit Hilfe von Laser-Strahlen die Flügel und die Nase des Space-Shuttle, teilte die Nasa am Dienstag in Houston mit. Der Einsatz sollte rund sieben Stunden dauern.

Ganz ungefährlich ist der Einsatz allerdings nicht: Der Flugdirektor im Nasa-Flugleitzentrum, Paul Hill, sprach wegen der Gefahr einer Beschädigung der Außenhaut durch den Roboterarm von einem der riskantesten Manöver. "Wenn wir das Shuttle berühren, dann suche ich mir einen anderen Job", sagte Hill.

Die Laser-Inspektion durch die Besatzung ist Teil der neuen Sicherheitsmaßnahmen einer unabhängigen Kommission, die nach dem tödlichen Absturz der Raumfähre "Columbia" am 1. Februar 2003 eingesetzt worden war. Die Kommission hatte der Nasa die Mitschuld an dem Tod der sieben Astronauten gegeben, weil interne Warnungen und E-Mails von Technikern nicht ernst genug genommen wurden. Damals hatte beim Start ein herabfallendes Stück der Außentank-Isolierung das Hitzeschild einer Tragfläche beschädigt. Beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre war die Fähre auseinander gebrochen.

Seitdem erließ die Kommission 15 Sicherheitsauflagen: Eine sieht etwa vor, dass der Start bei Tageslicht genauestens gefilmt wird. Auch deshalb lieferten zwei Wetterflugzeuge und mehr als 100 Kameras - darunter eine im Shuttle und eine am Außentank - am Dienstag nicht nur spektakuläre Bilder, sondern auch erste Hinweise darauf, was nach dem Abheben vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral schief gegangen war.

So prallte zuerst ein Vogel gegen die Spitze des 50 Meter hohen Außentanks. Offenbar brach dabei ein größeres Stück vom Außentank ab. Noch ist unklar, ob es sich dabei um Schaumstoff oder, wie die Nasa zuerst vermutete, um eine Papierverkleidung handelte. Eine Kamera hielt zudem eine Schramme am Unterboden des Shuttles fest. Diese ist nach Angaben von Flugdirektor John Shannon in Houston so lang wie ein Blatt Papier und etwa 2,5 bis 3,7 Zentimeter breit. Ohne die Auflagen wären solche Schäden bei früheren Shuttle-Flügen möglicherweise übersehen worden

Ob tatsächlich irgendeine Gefahr für das Shuttle bestehe, wird erst die genaue Auswertung der Daten und der Aufnahmen von über 100 Kameras zeigen. Das wird aber bis zu sechs Tage dauern, sagte Flugdirektor John Shannon am Dienstagabend (Ortszeit) in Houston. Mit Live-Aufnahmen von der Überprüfung konnte die Nasa selbst kleinste Rillen und Farbveränderungen an der Außenhaut der "Discovery" untersuchen. Das Ausmaß des Schadens am Hitzeschild hänge letztendlich davon ab, wie tief die Außenhaut beschädigt worden sei.

Dennoch warnte Nasa-Direktor Hill vor Überreaktionen, diese würden nur lähmen. Nach seinen Worten sind die meisten Space-Shuttle bei den mehr als 100 Einsätzen mit leichten Schäden an Kacheln zurückgekehrt. „Das Material wird uns zurück zum Boden bringen, es ist sehr robust“, sagt er.

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