Simulationstechnik
Glühende Stahlblöcke zum Greifen nahe

Die virtuelle Anlagenplanung mit Hilfe dreidimensionaler Animation ist nicht nur eine Technik für Automobilkonzerne oder Flugzeugbauer. Auch mittelständische Anlagenbauer wie die SMS Demag AG in Düsseldorf nutzen heute die computergesteuerte Visualisierungstechnik. Leistungsfähige Software und immer billigere Hardware machen die virtuelle Realität erschwinglich.

AACHEN. Wenn Horst Gärtner, Leiter der Produkt- und Prozessentwicklung bei der SMS Demag, den würfelförmigen Projektionsraum – die so genannte Cave – mit Kunden betritt, dann kann er seinen Gästen bis ins Detail zeigen, wie mit einer Gießwalzanlage Spezialbleche mit hoher Genauigkeit hergestellt werden können. Die Zuschauer haben den Eindruck, in der Mitte einer riesigen Produktionshalle zu stehen und blicken auf eine Anlage, die sich optisch von der Projektionswand vorne bis zur Wand im Rücken erstreckt. In der Realität ist eine solche Anlage über 500 Meter lang.

Um sich einzelne Bauteile der Anlage anzuschauen, müssen die Besucher jedoch nicht die Halle durchschreiten. Der Bediener der Cave zoomt mit seinem elektronischen Zeigegerät einzelne Bauteile heran, die dann von verschiedenen Seiten betrachtet werden können. Die Besucher der Cave tragen Spezialbrillen, mit denen ein dreidimensionaler Eindruck vermittelt wird. Ein Kamerasystem oberhalb der Projektionswände ermittelt die Kopfposition des Benutzers, so dass die Projektion einer Szene von den Computern fortlaufend an die Augenposition angepasst und ein quasi holografischer Effekt erzeugt wird.

Für die Besucher sind die Anlagenteile zum Greifen nahe. Sie können auch um die Ecke oder unter ein Maschinenteil schauen. Der Computer liefert die entsprechende Ansicht. „Anders als bei einem Besuch im Stahlwerk können wir hier in der Cave sogar Anlagenteile zeigen, die in der realen Produktion hinter Maschinenverkleidungen versteckt oder auf Grund der großen Hitze gar nicht zugänglich wären“, erläutert Gärtner einen wesentlichen Vorteil der Animationstechnik für das Gespräch mit den Kunden.

Die aufwendige Simulation ist jedoch nicht nur für Verkaufsgespräche nützlich. „Wir wollen die Technik auch für die Weiterentwicklung der Produkte nutzen“, sagt der Leiter der Produkt- und Prozessentwicklung. Die Projektionstechnik sei vor allem hilfreich, wenn es darum gehe, Konstuktionen abzustimmen und zu kontrollieren, die später in Übersee montiert werden. „Dann muss jedes Detail passen“, sagt Gärtner. „Mit Virtual Reality können wir beispielsweise besser als mit herkömmlicher Simulationstechnik prüfen, ob Anschlüsse für Rohrleitungen der Hydraulik richtig sitzen, bevor die Anlagenteile hergestellt und für den Transport in die Kisten verpackt werden.“

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