Skiausrüstung
Deutlich vorsichtiger auf die Piste

Das Geschäft mit Schutzkleidung für Skifahrer boomt. Dafür sind vor allem die Wintersport-Hersteller verantwortlich, die ihre Produkte in den vergangenen Jahren enorm optimiert haben. Einige Skihelme sind mittlerweile leichter als manche Wollmütze.
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MÜNCHEN. "Tut mir leid, alles ausverkauft." Wer sich in diesen Tagen einen neuen Skihelm kaufen möchte, hört diesen Satz in so manchem Sportgeschäft. Seit dem schweren Unfall des thüringischen Ministerpräsidenten Dieter Althaus kurz nach Weihnachten ist der Kopfschutz aus Plastik ausgesprochen begehrt. Die Produzenten können längst nicht so viel liefern, wie die Sporthändler ordern. Doch wer in diesem Jahr leer ausgeht, sollte sich nicht ärgern. In der kommenden Saison wird die Schutzausrüstung für die Piste noch deutlich bequemer.

"Viele Helme sind leichter als Mützen", behauptet Andreas Rudolf, Geschäftsführer des Sporthändlerverbunds Sport 2000. Der Experte empfiehlt Skifahrern, sich aber nicht auf die Helme alleine zu beschränken: "Der Trend geht zu Systemen." Das heißt: Wer einen neuen Helm kauft, sollte sich auch gleich eine moderne Brille dazu besorgen. Und nicht nur das: Inzwischen gibt es Jacken, Shirts und Rucksäcke mit Protektoren, die federleicht und kaum spürbar sind. Die integrierten dünnen, biegsamen Plastikschalen schützen bei einem Unfall vor Verletzungen.

Die Hersteller von Helmen haben in den vergangenen Jahren viel Geld in die Entwicklung gesteckt. Das Ergebnis: Der Kopfschutz ist nicht nur leichter, sondern auch komfortabler. Das liegt vor allem daran, dass die Luftzirkulation verbessert wurde und neue Materialien eingesetzt werden. Überflüssige Wärme wird abgeleitet und Schweiß aufgesaugt.

Outdoor-Spezialist Salewa lockt sogar mit einem Multifunktionshelm. Die Münchener haben zusammen mit der Bergrettung Tirol einen Schutz für den Kopf entwickelt, der nicht nur im Winter für die Piste taugt, sondern auch im Sommer zum Klettern oder Radfahren getragen werden kann. Die Ohrenwärmer für den Winter an dem nur 320 Gramm leichten Helm lassen sich leicht abnehmen, auch das Futter ist schnell ausgetauscht. So sparen Sportler Geld, weil sie statt mehrerer Helme nur einen kaufen brauchen.

Die dazu passenden Skibrillen haben mit den bisher üblichen Modellen nur noch die Form gemeinsam. Bei den Spitzenprodukten verändert die Schutzscheibe, je nach Sicht auf die Piste und Sonneneinstrahlung, ihre Helligkeit. So stellt Uvex auf der Ispo eine Brille mit einer Scheibe vor, in der Flüssigkristalle auf Knopfdruck blitzschnell von hell auf dunkel und umgekehrt umschalten. Das funktioniert mit Strom, daher mussten die Franken erstmals eine Batterie im Gestell integrieren. Allerdings dürfte der Preis noch viele Skifahrer abschrecken: Sie kostet 399 Euro - ein Vielfaches einer bisherigen Skibrille.

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