Sky Sailor
Solarflieger schafft Weltrekord

Fit für den Roten Planeten: Der unbemannte "Sky Sailor" der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich hat einen neuen Weltrekord für Solarflieger aufgestellt. Doch der Rekordflug ist nur Zwischenstation auf dem Weg zu deutlich ehrgeizigeren Zielen.

HB ZÜRICH. Sky Sailor fliegt Weltrekord: Das von der der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich entwickelte Solar-Segelflugzeug hat seinen Praxistest bestanden. Wie die ETH am Montag mitteilte, blieb der unbemannte Flieger 27 Stunden auf konstanter Höhe in der Luft und legte dabei etwa 900 Kilometer zurück. Damit hat der Sky Sailor eine wichtige Etappe auf dem Weg zu seiner eigentlichen Aufgabe zurückgelegt: Das Solarflugzeug könnte einmal im Luftraum über dem Mars eingesetzt werden.

Am Freitag vergangener Woche hob der Sky Sailor vom Modellflugplatz Niederwil bei Cham ab, um nach einem Nonstop-Flug von 27 Stunden am Samstag wieder sicher zur Erde zurückzukehren. Es war der zweite Rekordversuch der Schweizer Entwickler: Beim ersten Versuch im vergangenen Jahr hatten widrige Winde den Rekordflug vorzeitig scheitern lassen.

Seine Energie bezog der Sky Sailor aus 216 Silizium-Solarzellen, die auf den Tragflächen montiert sind. Sie produzieren etwa 90 Watt Leistung und versorgen tagsüber den Motor und die Bordelektronik mit Strom. In der Nacht schaltet das Flugzeug auf Batteriebetrieb, der Strom für die Lithium-Polymer-Akkus stammt ebenfalls aus der Tagesproduktion der Solarzellen.

Vor vier Jahren hatte die Europäische Weltraum-Organisation ESA die ETH Lausanne damit beauftragt abzuklären, ob sich unbemannte Solarflugzeuge für Erkundungsflüge über dem Mars eignen würden. Als nach zwei Jahren die Finanzierung auslief, machte die ETH Zürich weiter. Ergebnis dieser Bemühungen ist der Sky Sailor, der mit 2,5 Kilogramm Gewicht und einer Spannweite von 3,2 Metern klein genug ist, um zusammengefaltet in einer Kapsel zum Mars geflogen zu werden. Dort soll sich die Kapsel öffnen, das Flugzeug würde sich entfalten und Erkundungsflüge absolvieren.

Noch allerdings ist unklar, ob der Sky Sailor tatsächlich zum Roten Planeten fliegen wird. Nach dem Stopp der Esa-Finanzierung haben sich die Entwickler um ETH-Projektleiters André Noth jedenfalls schon auf eine mögliche irdische Vermarktung des Solarfliegers eingestellt. Aufgaben für den Sky Sailor sehen sie genug: Als unbemannte Drohne könnte der Flieger als Verkehrsüberwacher eingesetzt werden, potenzielle Waldbrandgebiete im Auge behalten oder Hochspannungsleitungen auf Schäden untersuchen.

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