Softwarehersteller Tarakos stellt Abläufe in der Logistik räumlich dar
Computerspiel-Technik bringt Leben in die virtuelle Fabrik

Mit den Modulen dreidimensionaler Softwarewelten modelliert Tarakos räumliche Fabrikmodelle. Dabei kommt die Technologie zum Einsatz, die früher ausschließlich für Computerspiele genutzt wurde.

DÜSSELDORF. Kurze, braune Haare, Anzug und korrekte Krawatte – Herbert Beesten sieht nicht aus wie jemand, der sich mit Computerspielen beschäftigt. „Ich habe die Technik hinter den Computerspielen lange Zeit als Spielerei abgetan“, gibt der Mitgründer des Magdeburger Unternehmens Tarakos zu, das sich auf Fabriksimulation spezialisiert hat. Doch ohne diese speziellen Softwarebausteine, mit denen abenteuerliche Märchenmissionen programmiert werden, würde es sein Unternehmen heute nicht geben.

Tarakos modelliert mit den Modulen dreidimensionaler Softwarewelten – so genannten 3D-Kerneln, die das Softwarehaus Blaxxun entwickelt hat – räumliche Fabrikmodelle. Grundlage sind Daten, die Architekten und Fabrikplaner beim Computer Aided Design (CAD) gewinnen. Der Softwarekern, die so genannte Engine, wurde früher dazu genutzt, Chat- und Vergnügungswelten im Internet mit dreidimensionalen digitalen Marionetten zu bevölkern. Heute hilft die Technologie, aus leblosen CAD-Entwürfen lebendige Simulationen zu machen.

Mit der Tarakos-Software lassen sich Fabrikhallen, Roboter oder Karosseriestraßen zu dreidimensionalen, per Mausklick begehbaren Modellen zusammenführen. „Man erkennt, ob in einer auf dem Reißbrett geplanten Fabrik in der Realität genug Platz ist und ob zum Beispiel der Gabelstapler tatsächlich um alle Kurven passt“, erklärt Beesten.

Virtuelle Rundgänge durch diese lebensnahen Modelle führen auch ungeübten Betrachtern wie Sicherheitsbeauftragten, Logistikpartnern oder Vertretern der Berufsgenossenschaft plastisch vor Augen, wo ein Entwurf Schwächen hat. Die Simulationstechnik wurde bislang vor allem von der Automobilindustrie eingesetzt. Derartige Virtual Reality-Simulationen waren bislang teuer und kompliziert zu bedienen. „Man brauchte Spezialisten und spezielle Computer“, sagt Beesten. Projekte mit Spezialsoftware kosten mit 30 000 bis 40 000 Euro das zehnfache dessen, was Taratos für den Einsatz billiger Spielesoftware auf günstigen Standard-PCs in Rechnung stellt.

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