Sojus gestartet
Neue Crew auf dem Weg zur ISS

An Bord einer russischen Sojus-Kapsel ist die neue Langzeitcrew der Internationalen Raumstation ISS ins All gestartet. Begleitet wird sie von der ersten Südkoreanerin im All - die allein durch ihren Start schon zur Volksheldin geworden ist.

HB MOSKAU. Vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan ist am Dienstag die erste südkoreanische Astronautin Yi Son Yeon (29) mit der 17. Langzeitbesatzung zur Internationalen Raumstation ISS gestartet. Die Raumkapsel Sojus hob pünktlich um 13.16 Uhr MESZ von dem Kosmodrom in der kasachischen Steppe ab, wie das Staatsfernsehen Russia Today zeigte.

„Der Start, der Flug und die Trennung von der Trägerrakete - alles lief nach Plan“, sagte der Leiter der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos, Anatoli Perminow. Russische Medien hatten zuvor berichtet, dass die Crew ohne jegliche Weltraumerfahrung zu dem sechsmonatigen Aufenthalt ins All starte. Noch nie habe es ein so junges Team gegeben, hieß es.

Im Gegensatz zu Kommandeur Sergej Wolkow (35) und Bordingenieur Oleg Kononenko (43) wird Yi Son Yeon bereits nach zehn Tagen zur Erde zurückkehren. Die Crew soll am 10. April um 15.00 MESZ an der ISS anlegen. Yi Son Yeon, eine Expertin für Nanotechnologie, und ihre Kollegen werden eine Reihe von Experimenten durchführen.

Die Südkoreaner erfüllt der Flug ihrer Landsmännin ins All mit großem Stolz. Zusammen mit tausenden von Menschen verfolgte Staatspräsident Lee Myung Bak den live im Fernsehen übertragenen Start der russischen Raumkapsel auf einer Großleinwand auf dem Rathausvorplatz in Seoul. Nach dem Start spendeten Lee und die Menge starken Applaus. Über den Köpfen wurde eine riesige Landesflagge entrollt.

Lee hatte zuvor in einem Fernsehinterview gesagt, der erste Flug eines Koreaners ins All sei das Startzeichen auf dem Weg Südkoreas zu einer Raumfahrtnation. Die Entsendung der koreanischen Astronautin werde vom ganzen Volk gefeiert. „Das gibt besonders den jungen Menschen Hoffnung.“

Lee wies auf das Ziel Südkoreas hin, im Jahr 2020 als siebtes Land einen eigenen Forschungssatelliten zum Mond schicken zu wollen. Die Wissenschaftlerin war nach Medienberichten unter mehr als 36 000 Bewerbern ausgewählt worden. Die Regierung soll 12,7 Mill. Euro für den Flug bezahlt haben.

Mit Lee kehren am 19. April auch die US-Astronautin Peggy Whitson und der Kosmonaut Juri Malentschenko zur Erde zurück, die ein halbes Jahr an Bord der ISS lebten und arbeiteten. Der Kommandeur der 17. Langzeitbesatzung, Wolkow, ist der Sohn des berühmten sowjetischen Kosmonauten Alexander Wolkow, der bei drei Weltraummissionen insgesamt mehr als ein Jahr im All verbracht hatte. Vom Weltraumbahnhof Baikonur sollen in diesem Jahr rund 30 Satelliten und Raumfahrzeuge ins All starten, sieben mehr als 2007, wie Verwaltungschef Alexander Mesenzew sagte. Russland ist Pächter des Kosmodroms in der zentralasiatischen Republik Kasachstan.

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