Solarstrom für die Schiene Start frei für den ersten Solarzug der Welt

Sonne gibt es mehr als genug in Australien. Eine Eisenbahngesellschaft will das ausnutzen und nimmt einen Pendelzug in Betrieb, der mit Strom aus Solarmodulen betrieben wird.
Kommentieren
Der Zug wird über Solarmodule auf dem Dach mit Energie versorgt. (Foto: Byron Bay Railroad Company)
Solarstrom für die Schiene

Der Zug wird über Solarmodule auf dem Dach mit Energie versorgt. (Foto: Byron Bay Railroad Company)

BerlinDieser Zug fährt komplett umweltfreundlich: In Byron Bay im australischen Bundesstaat New South Wales wird an diesem Wochenende ein Solarzug in Betrieb genommen. Den Strom erzeugt der Zug selbst mit Solarmodulen auf dem Dach – es ist der erste solarbetriebene Zug der Welt.

Der Zug besteht aus zwei historischen Triebwagen aus dem Jahr 1949, die früher jeweils mit einem Dieselmotor betrieben wurden. Diese hat die Byron Bay Railroad Company zum Solarzug umbauen lassen. Er soll ab dem 16. Dezember auf einer drei Kilometer langen Strecke im Pendelverkehr eingesetzt werden.

Den Umbau hat das Elektroautounternehmen Elmofo vorgenommen, das auch schon einen DeLorean zum Elektroauto umfunktionierte. Es baute einen der Dieselmotoren aus und ersetzte ihn durch einen elektrischen Antriebsstrang mit Motor und Akku. Auf dem Dach wurden Solarmodule mit einer Leistung von insgesamt 6,5 Kilowatt ausgelegt. Die zweite Dieselmaschine bleibt im Zug – für Notfälle.

Das sind die aktuellen Superzüge
China: Fuxing
1 von 15

Der neue Hochgeschwindigkeitszug Fuxing soll ab September 2017 auf der Strecke Peking - Shanghai eingesetzt werden. Chinas Superzug ist 350 km/h schnell und darf diese Geschwindigkeit jetzt auch wieder fahren, nachdem es über Jahre hinweg ein „Tempolimit“ von 300 km/h auf Chinas Gleisen gab.

China: Fuxing
2 von 15

Grund für die Geschwindigkeitsbegrenzung war ein schwerer Unfall im Jahr 2011: Beim Zusammenstoß zweier Schnellzüge starben damals Dutzende Menschen.

Deutschland: ICE
3 von 15

Ende 2017 soll die vierte Generation des ICE in den Regelbetrieb aufgenommen werden, mit besseren Klimaanlagen, größeren Fenster und Stellplätzen für Fahrräder. Kostenloses WLAN in der 2. Klasse wird es bis dahin schon geben – das verspricht jedenfalls die Bahn.

Italien: Alstom Pendolino
4 von 15

In Italien konkurrieren zwei Anbieter von Schnellzügen um die Kunden. Neben der Staatsbahn Trenitalia gibt es seit 2012 auch die privaten Italo-Züge. Italo bedient mit seinen schnellen und modernen Zügen des französischen Konzerns Alstom weniger Strecken als Trenitalia, setzt aber vor allem auf Komfort und Service. So gibt es in der ersten Klasse Essen am Platz, dazu kommen WLAN und die Möglichkeit eines eigenen Unterhaltungsprogramms. (Foto: pr)

Italien: Frecciarossa 1000
5 von 15

Trenitalia hat vor kurzem seinen neuen Frecciarossa 1000 präsentiert, der bis zu 400 Stundenkilometer schnell fährt. Die Freccia-Züge setzen eher auf gute Verbindungen, hohe Geschwindigkeit und wenige Haltepunkte. In den Schnellzügen beider Anbieter gilt generell eine Reservierungspflicht. (Foto: dpa)

Spanien: AVE
6 von 15

In Spanien hebt das staatliche Eisenbahnunternehmen Renfe vor allem die Pünktlichkeit der mit Höchstgeschwindigkeiten von bis zu 310 Stundenkilometern fahrenden Schnellzüge hervor. Ab Herbst sollen die Waggons zunächst auf der Strecke zwischen Madrid und Barcelona mit WLAN ausgestattet werden. Der Hochgeschwindigkeitszug AVE hat im Juli 1,84 Millionen Reisende transportiert und damit einen neuen Rekord aufgestellt.

Spanien: AVE auf Jungfernfahrt (1992)
7 von 15

Mit einem Streckennetz von knapp 3150 Kilometern ist das AVE-System im europäischen Highspeed-Sektor führend. In den kommenden Jahren soll das Netz für rund zwölf Milliarden um weitere 1850 Kilometer erweitert werden. Geplant sind außerdem 30 neue Züge im Wert von 2,65 Milliarden Euro.

Für eine Strecke benötigt der Zug etwa vier Kilowattstunden. Der Akku hat eine Kapazität von 77 Kilowattstunden, kann also den Zug praktisch den ganzen Tag über versorgen. An einer Station wurde eine 30-Kilowatt-Solaranlage installiert, die den Akku während des 20-minütigen Aufenthalts des Zuges laden soll.

Der Zug soll auf einem drei Kilometer langen Teilstück einer stillgelegten Eisenbahnlinie fahren. Der Betreiber, die Byron Bay Railroad Company, ist gemeinnützig und ist von dem Besitzer einer Ferienanlage gegründet worden.

Der Zug wird zwischen der Anlage und dem Ort Byron Bay pendeln. Eine Fahrt mit dem nur rund 25 Kilometer pro Stunde schnellen Zug dauert etwa sieben Minuten und kostet drei australische Dollar, umgerechnet knapp zwei Euro. Im Zug ist Platz für 100 Passagiere.

Elektrische Züge mit einer eigenen Energieversorgung an Bord sind praktisch auf Strecken, die keine Oberleitung haben. Alstom hat im vergangenen Jahr auf der Messe Innotrans in Berlin einen Zug mit Brennstoffzellenantrieb vorgestellt, den Coradia iLint. Er soll ab dem kommenden Jahr in Niedersachsen und Bremen eingesetzt werden.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite

Mehr zu: Solarstrom für die Schiene - Start frei für den ersten Solarzug der Welt

0 Kommentare zu "Solarstrom für die Schiene: Start frei für den ersten Solarzug der Welt"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%