Forschung + Innovation
Sonne seit Jahrzehnten aktiv wie zuletzt vor 8 000 Jahren

Die Sonne ist seit sechs Jahrzehnten so aktiv wie zuletzt vor über 8 000 Jahren. Das haben Forscher des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung im niedersächsischen Katlenburg-Lindau herausgefunden.

dpa KATLENBURG-LINDAU/LONDON. Die Sonne ist seit sechs Jahrzehnten so aktiv wie zuletzt vor über 8 000 Jahren. Das haben Forscher des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung im niedersächsischen Katlenburg-Lindau herausgefunden.

Die Sonne scheint auch etwas heller, berichten die Wissenschaftler in der neuesten Ausgabe des britischen Fachjournals „Nature“ (Bd. 431, S. 1 084). Ob dies ein Grund für die globale Erwärmung ist, sei offen. Voraussichtlich werde die jetzige Aktivitätsphase mit verstärkten Eruptionen und Gasausbrüchen noch wenige Jahrzehnte andauern. Solche „Sonnenstürme“ haben wiederholt irdische Funk- und Flugverbindungen sowie Elektrizitätsnetze und Satelliten gestört.

Die internationale Forschergruppe um Prof. Sami K. Solanki hat die Sonnenaktivität der vergangenen Jahrtausende durch eine Isotopenanalyse von alten Bäumen und Polareis rekonstruiert. Radioaktive so genannte kosmotone Isotope werden in der oberen Erdatmosphäre produziert, wenn ein energiereiches Teilchen der kosmischen Strahlung auf Luftmoleküle trifft. Die Zahl der Teilchen der kosmischen Strahlung schwankt dabei mit der Sonnenaktivität. Dies hat zur Folge, dass in der Erdatmosphäre bei höherer Sonnenaktivität weniger und bei niedrigerer Aktivität mehr Isotope produziert werden.

Eines dieser Isotope, der Kohlenstoff C-14, gelangt in die Biosphäre und wird unter anderem in die Biomasse von Bäumen eingebaut. Für ihre Untersuchung haben die Wissenschaftler Bäume benutzt, die noch Jahrtausende nach ihrem Tod intakt im Untergrund lagen, so dass sie das eingelagerte C-14 messen konnten. Anhand der Jahresringe ließ sich dann der Zeitpunkt bestimmen, zu dem die Isotope aufgenommen wurden.

Dieses Verfahren haben die Forscher durch Vergleiche mit Daten „geeicht“, die sie auf der Basis des kosmogenen Isotops Beryllium-10 in polaren Eisschichten gefunden hatten. Auf diese Weise war es möglich, die Produktionsrate von C-14 bis zum Ende der letzten Eiszeit vor 11 400 Jahren zurückzuverfolgen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%