Sonnenfinsternis: Himmelsschauspiel ohne wissenschaftlichen Wert

Sonnenfinsternis
Himmelsschauspiel ohne wissenschaftlichen Wert

Die Sonnenfinsternis am kommenden Freitag interessiert Sonnenforscher nur am Rande. Mit ihren Messgeräten im Weltraum sind sie in der Lage, die wilde Seite der Sonne unabhängig von einer Finsternis zu untersuchen.
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KarlsruheErst wenn die Sonne hinter dem Mond versteckt ist, zeigt sie ihre ganze Schönheit. Lange Zeit war es nur bei einer solchen Finsternis möglich, die äußere Hülle, die Korona, unseres Heimatsterns zu erkunden. „Das haben unsere wissenschaftlichen Ahnen gut abgearbeitet, da gibt es kaum noch offene Fragen“, sagte der Atmosphärenforscher Thomas Reddmann vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT).

Von Deutschland aus gesehen schiebt sich der Mond am Freitag ohnehin nur zum Teil vor die Sonne, so dass der Strahlenkranz ohne Hilfe nicht zu sehen sein wird. Inzwischen sind zudem spezielle Messgeräte im Weltraum in der Lage, die Aktivität der Sonne unabhängig von einer Finsternis zu untersuchen. „Mit den Möglichkeiten, die wir im Orbit haben, kann man sich zu jeder Zeit eine Finsternis ins Instrument holen“, sagt der Wissenschaftler, der am KIT-Institut für Meteorologie und Klimaforschung an globalen Modellen der Erdatmosphäre arbeitet.

Mit solchen Instrumenten lassen sich auch gewaltige Sonneneruptionen beobachten, deren heftige Strömungen von Materieteilchen auch Richtung Erde gelangen können. „Die Sonne hat eine wildere Seite, die auch Wirkungen auf das Erdsystem hat“, erklärt der Forscher.

Denn diese Teilchen können in die obere Atmosphäre der Erde eindringen und dort zu chemischen Veränderungen führen. Das konnten die Atmosphärenforscher am KIT mit ihrem in Karlsruhe entwickelten Spektrometer „Mipas“ auf dem „Envisat“-Satellit nachweisen.

Auf diese Weise kann die Sonnenaktivität auch Auswirkungen auf das Klima der Erde haben. Dazu gehört etwa, dass es trotz der globalen Erwärmung auch mal einen kalten Winter geben kann. Dass die Sonne eine solche Variabilität des Erdklimas auslöst, gilt als sicher. Aber wie das geschieht, ist weitgehend unbekannt. „Da gibt es noch viel Bedarf an Forschung.“

Mit Hilfe von Beobachtungen und globalen Computermodellen will die Arbeitsgruppe am KIT dem geheimnisvollen Wirken der Sonne auf die Spur kommen. Die Forscher interessiert vor allem der Weg der Sonnenteilchen in die Erdatmosphäre. Dazu werden die Veränderungen in der chemischen Zusammensetzung der mittleren Erdatmosphäre untersucht, in Höhen von etwa 20 bis 80 Kilometern über der Erde.

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