Sonnenflieger Solar Impulse
Auf dem Weg von Myanmar nach China

Der Flug von Myanmar nach China ist die bisher schwierigste Etappe des Sonnenfliegers. Der Schweizer Abenteurer Bertrand Piccard rechnet mit viel Wind. Eine der Solarzellen ist beschädigt. Wird das zum Problem?
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Mandalay/ChongqingTrotz einer defekten Solarzelle hat sich der Schweizer Sonnenflieger „Solar Impulse 2“ (Si2) auf den Flug von Mandalay in Myanmar nach China gemacht. Es ist die fünfte und bisher anspruchsvollste Etappe der ersten Weltumrundung eines Solarflugzeuges. Alles laufe nach Plan, teilte die Si2-Flugkontrolle wenige Stunden nach dem Start am Montagmorgen mit.

Der Flug über die Ausläufer des Himalaya-Gebirges in die südwestchinesische Metropole Chongqing wird voraussichtlich 19 Stunden dauern – länger als die bisherigen Strecken. Im Cockpit des Fliegers, der nur mit Sonnenenergie fliegt, sitzt der Schweizer Bertrand Piccard (57).

Wegen eines Schadens an einer Solarzelle fehlen dem Flugzeug zwei Prozent der sonst zur Verfügung stehenden Energie. Der Defekt habe aus Zeitgründen in Mandalay nicht repariert werden können, teilte die Flugkontrolle mit. Eine einzelne Zelle könne nicht einfach ausgewechselt werden, so dass acht Zellen abgeschaltet werden mussten. Jetzt müsse die Energie auf alle Batterien gleichmäßig neu verteilt werden, hieß es.

Mit der Erdumrundung wollen Piccard und sein Schweizer Abenteurer-Kollege André Boschberg (62) für einen stärkeren Einsatz von Sonnenenergie werben. In Mandalay hatte „Solar Impulse 2“ einen zehntägigen Zwischenstopp einlegen müssen, um auf besseres Wetter in China zu warten. Vor dem Start in den frühen Morgenstunden des Montags (Ortszeit) verkündete Piccard endlich: „Das Wetter ist gut.“
Allerdings werde mit viel Wind und hohen Wolken auf dem 1375 Kilometer langen Flug gerechnet. „Wir müssen ziemlich hoch über den Wolken und über den Bergen fliegen“, sagte Piccard. Er dankte Chinas Behörden für die Flugerlaubnis und die gute Zusammenarbeit. Die Landung auf dem viel frequentierten Flughafen von Chongqing wurde am Montag nach Mitternacht Ortszeit (18.00 Uhr MESZ) erwartet. Dafür wird der gesamte Flugverkehr gestoppt.

Sofort nach dem Start in Mandalay begann das Begleitteam damit, den aufblasbaren Hangar abzubauen und die Sachen für die Weiterreise zu verpacken. Von Chongqing soll es möglicherweise schon am Dienstagmorgen weiter nach Nanjing in Ostchina gehen, da in den nächsten Tagen im Gebiet von Chongqing wieder schlechtes Wetter erwartet wird, was den Weiterflug verzögern könnte.

Von Nanjing soll dann der Pazifik nach Hawaii überquert werden. Es wird der schwierigste Teil der Erdumrundung, die am 9. März im Golfemirat Abu Dhabi begonnen hatte. Um über den Pazifik zu kommen, wird das Flugzeug voraussichtlich fünf Tage und Nächte in der Luft bleiben müssen. Ähnlich schwierig dürfte später auch der Flug über den Atlantik von New York aus werden.

Angetrieben wird das Karbonfaser-Flugzeug von vier Elektromotoren. Mit 72 Metern hat es eine größere Spannweite als ein Jumbojet, wiegt aber gerade soviel wie ein Mittelklassewagen. Mehr als 17.000 Solarzellen sammeln die erforderliche Energie, die in leistungsfähigen Lithium-Batterien gespeichert wird. Ende Juli oder Anfang August soll die 35.000 Kilometer lange Reise am Persischen Golf enden.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Sonnenflieger Solar Impulse: Auf dem Weg von Myanmar nach China"

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  • Wie kommt man auf 2 % weniger Energie, wenn von den "mehr als 17.000" gleichen Solarzellen eine ausfällt? Auch bei den angeblich 8 Stück, die abgeschaltet werden mussten, wäre es nicht mal ein halbes Prozent.
    Dann soll eine Erdumrundung nahe am Aequator nur 35.000 km betragen. Immerhin beträgt der Erdumfang dort 40.000 km. Dies auch, wenn man dauernd mit Rückenwind im Jetstream fliegt (deswegen von West nach Ost).
    Bei dem angeblich so umweltfreundlichen Unternehmen wird Hangar, Material (Ladestationen) und Personal mit Frachtflugzeugen und deren gut 10fachen Durchschnittsgeschwindigkeit wie die SolarImpulse transportiert. Deswegen der dreistellige Millionenbetrag, den das Hobby Piccards verschlingt ;-)

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