Sonnenflieger Solar Impulse

Auf dem Weg von Myanmar nach China

Der Flug von Myanmar nach China ist die bisher schwierigste Etappe des Sonnenfliegers. Der Schweizer Abenteurer Bertrand Piccard rechnet mit viel Wind. Eine der Solarzellen ist beschädigt. Wird das zum Problem?
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Die Solar Impulse 2 bei der Landung in Maskat, der Hauptstadt des Sultanats Oman. Quelle: dpa
Mit Sonnenkraft um die Erde

Die Solar Impulse 2 bei der Landung in Maskat, der Hauptstadt des Sultanats Oman.

(Foto: dpa)

Mandalay/ChongqingTrotz einer defekten Solarzelle hat sich der Schweizer Sonnenflieger „Solar Impulse 2“ (Si2) auf den Flug von Mandalay in Myanmar nach China gemacht. Es ist die fünfte und bisher anspruchsvollste Etappe der ersten Weltumrundung eines Solarflugzeuges. Alles laufe nach Plan, teilte die Si2-Flugkontrolle wenige Stunden nach dem Start am Montagmorgen mit.

Der Flug über die Ausläufer des Himalaya-Gebirges in die südwestchinesische Metropole Chongqing wird voraussichtlich 19 Stunden dauern – länger als die bisherigen Strecken. Im Cockpit des Fliegers, der nur mit Sonnenenergie fliegt, sitzt der Schweizer Bertrand Piccard (57).

Dieses Solarflugzeug soll um die Welt fliegen
Bertrand Piccard, Andre Borschberg
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Seine Tragflächen sind so groß wie die einer Airbus A380-Maschine, es wiegt aber nur knapp zweieinhalb Tonnen: Das Solarflugzeug „Solar Impulse 2“ soll im kommenden Jahr zwei Piloten um die Welt tragen. Am Mittwoch wurde die Maschine auf dem Schweizer Flughafen Payerne vorgestellt.

Andre Borschberg, Bertrand Piccard
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Die beiden Schweizer Piloten Bertrand Piccard (l.) und André Borschberg präsentierten ihr Flugzeug vor hundert geladenen Gästen.

Solar Impulse2 plane presented in Payerne
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Mit dem Vorgänger der neuen Maschine hatten Piccard und Borschberg im vergangenen Sommer einen Überflug der USA erfolgreich vollendet. Zudem gelang ihnen der Nachweis, dass der Solarflieger auch nachts eingesetzt werden kann, durch einen Nachtflug von Europa nach Afrika.

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Die Erdumrundung soll „Solar Impulse 2“ in 20 Flugtagen schaffen, die über drei Monate verteilt werden sollen. Die Höchstgeschwindigkeit des Solarfliegers liegt bei 140 km/h.

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„Dieses Flugzeug kann einen Monat fliegen“, sagte André Borschberg, der vor zehn Jahren mit Bertrand Piccard das Projekt gründete. „Die Frage ist, was kann der Pilot machen?“ Eine Antwort darauf gab er nicht.

Pilot and co-founder of Solar Impulse Piccard speaks during the official unveiling ceremony of the Solar Impulse II aircraft at their base in Payerne
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Piccard sagte, das Flugzeug sei so energie-effizient, dass, wenn seine Technologien in anderen Bereichen eingesetzt würden, der Energieverbrauch der Welt halbiert werden könnte. „Was wir wirklich zeigen wollen ist, was für unglaubliche Dinge man mit erneuerbaren Energie machen kann“, sagte er.

Wegen eines Schadens an einer Solarzelle fehlen dem Flugzeug zwei Prozent der sonst zur Verfügung stehenden Energie. Der Defekt habe aus Zeitgründen in Mandalay nicht repariert werden können, teilte die Flugkontrolle mit. Eine einzelne Zelle könne nicht einfach ausgewechselt werden, so dass acht Zellen abgeschaltet werden mussten. Jetzt müsse die Energie auf alle Batterien gleichmäßig neu verteilt werden, hieß es.

Mit der Erdumrundung wollen Piccard und sein Schweizer Abenteurer-Kollege André Boschberg (62) für einen stärkeren Einsatz von Sonnenenergie werben. In Mandalay hatte „Solar Impulse 2“ einen zehntägigen Zwischenstopp einlegen müssen, um auf besseres Wetter in China zu warten. Vor dem Start in den frühen Morgenstunden des Montags (Ortszeit) verkündete Piccard endlich: „Das Wetter ist gut.“
Allerdings werde mit viel Wind und hohen Wolken auf dem 1375 Kilometer langen Flug gerechnet. „Wir müssen ziemlich hoch über den Wolken und über den Bergen fliegen“, sagte Piccard. Er dankte Chinas Behörden für die Flugerlaubnis und die gute Zusammenarbeit. Die Landung auf dem viel frequentierten Flughafen von Chongqing wurde am Montag nach Mitternacht Ortszeit (18.00 Uhr MESZ) erwartet. Dafür wird der gesamte Flugverkehr gestoppt.

Sofort nach dem Start in Mandalay begann das Begleitteam damit, den aufblasbaren Hangar abzubauen und die Sachen für die Weiterreise zu verpacken. Von Chongqing soll es möglicherweise schon am Dienstagmorgen weiter nach Nanjing in Ostchina gehen, da in den nächsten Tagen im Gebiet von Chongqing wieder schlechtes Wetter erwartet wird, was den Weiterflug verzögern könnte.

Von Nanjing soll dann der Pazifik nach Hawaii überquert werden. Es wird der schwierigste Teil der Erdumrundung, die am 9. März im Golfemirat Abu Dhabi begonnen hatte. Um über den Pazifik zu kommen, wird das Flugzeug voraussichtlich fünf Tage und Nächte in der Luft bleiben müssen. Ähnlich schwierig dürfte später auch der Flug über den Atlantik von New York aus werden.

Angetrieben wird das Karbonfaser-Flugzeug von vier Elektromotoren. Mit 72 Metern hat es eine größere Spannweite als ein Jumbojet, wiegt aber gerade soviel wie ein Mittelklassewagen. Mehr als 17.000 Solarzellen sammeln die erforderliche Energie, die in leistungsfähigen Lithium-Batterien gespeichert wird. Ende Juli oder Anfang August soll die 35.000 Kilometer lange Reise am Persischen Golf enden.

  • dpa
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1 Kommentare zu "Sonnenflieger Solar Impulse: Auf dem Weg von Myanmar nach China"

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  • Wie kommt man auf 2 % weniger Energie, wenn von den "mehr als 17.000" gleichen Solarzellen eine ausfällt? Auch bei den angeblich 8 Stück, die abgeschaltet werden mussten, wäre es nicht mal ein halbes Prozent.
    Dann soll eine Erdumrundung nahe am Aequator nur 35.000 km betragen. Immerhin beträgt der Erdumfang dort 40.000 km. Dies auch, wenn man dauernd mit Rückenwind im Jetstream fliegt (deswegen von West nach Ost).
    Bei dem angeblich so umweltfreundlichen Unternehmen wird Hangar, Material (Ladestationen) und Personal mit Frachtflugzeugen und deren gut 10fachen Durchschnittsgeschwindigkeit wie die SolarImpulse transportiert. Deswegen der dreistellige Millionenbetrag, den das Hobby Piccards verschlingt ;-)

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