Sonnensystem
Kosmischer Crash formte die Rückseite des Mondes

Viele Forscher glauben, dass der Mond durch die Kollision der Erde mit einem anderen Himmelskörper entstanden ist. Jetzt haben Wissenschaftler Hinweise auf einen zweiten Crash gefunden.
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LondonDie Gestalt des Mondes erklärt sich möglicherweise durch die Kollision mit einem zweiten Erdtrabanten. Der Aufprall eines solchen Himmelskörpers könnte die bislang ungelöste Frage beantworten, warum sich die erdnahe Seite des Mondes so stark von der Rückseite unterscheidet.

Das berichten amerikanische Wissenschaftler um Martin Jutzi von der University of California in Santa Cruz im Journal „Nature“. Demnach wäre die Erde über Jahrmillionen von zwei Monden umkreist worden.

Seit langer Zeit rätseln Forscher über die auffällige Diskrepanz zwischen den beiden Hemisphären des Erdbegleiters: Die Vorderseite des Mondes besteht zu großen Teilen aus flachen Tiefebenen. Die Rückseite dagegen ist ein bergiges und stark zerklüftetes Hochland.

Viele Wissenschaftler glauben, dass der Mond vor etwa 4,5 Milliarden Jahren entstand, als ein Himmelskörper von der Größe des Mars die Erde traf. Das bei diesem Einschlag herausgeschleuderte Material verschmolz dann zu dem Erdbegleiter.

Die Forscher um Jutzi entwerfen nun anhand komplexer Computersimulationen ein weiteres Szenario: Möglicherweise entstand bei jener gewaltigen Kollision noch ein zweiter, kleinerer Erdtrabant mit einem Durchmesser von etwa 1200 Kilometern. Das entspricht etwa einem Drittel des Mondes.

Nach seiner Entstehung blieb dieser kleinere Himmelskörper demnach Dutzende Jahrmillionen in einer relativ stabilen Umlaufbahn, bevor er schließlich mit dem Mond kollidierte. In der Simulation ließen die Forscher den kleinen Mond mit einer vergleichsweise langsamen Geschwindigkeit von 2,4 Kilometern in der Sekunde aufschlagen. Das Gestein lagerte sich bei diesem Einschlag an der getroffenen Seite des größeren Mondes an.

Dies würde den Forschern zufolge die Berglandschaft auf der Rückseite des Erdtrabanten erklären. Auch der Umstand, dass die Mondkruste dort wesentlich dicker ist als auf der erdnahen Hemisphäre, würde zu diesem Modell passen: Bei dem Einschlag müsste der Begleiter diese Seite des Mondes mit einer mehrere Kilometer dicken Zusatzschicht aus fester Kruste überzogen haben.

 

Thomas Trösch
Thomas Trösch
Handelsblatt / Redakteur Wissenschaft + Technik
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Sonnensystem: Kosmischer Crash formte die Rückseite des Mondes"

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  • Kennt jemand das Newtonpendel?
    So,denke ich, ist der Mond entstanden: ein Himmelskörper schlägt auf die Erde ein und auf der anderen Seite der Erde "tropft" ein Stück Erde ab, wird durch die Erdanziehung ausgebremst, eingefangen und schließlich formt sich unter der Bedingung der Schwerelosigkeit aus der Erdkruste und dem mitgerissenen Magma wieder ein runder Körper.-Der Mond-
    Mit der Zeit erklaltete auch die Forderseite, wobei nachfolgende Bruchstücke in der frischen Kruste deutliche Felder markierten. -Die Mare-
    So erklären sich auch die unterschiedliche Krustendicke von Vorder- und Rückseite,wie auch die unterschiedliche Gravitation.
    Auf der Erde haben wir ähnliche Phänomene. Im Ring of Fire sehe ich die Herkunftsstelle des Mondes, denn auch hier ist die Erdkruste wesentlich dünner als im Indischen Ozean.
    Dieses Ereignis zerstörte den Superkontinent Pangera und so driften alle Kontinentalplatten auf den Stillen Ozean, wie zu einem Gully, zu. -Heute noch und irgendwann ist Japan verschwunden-
    Einzig und allein paßt die Zeitbestimmung nicht ins Bild.

  • Die für die Handelsblattredaktion übliche Schwäche im Textverständnis:
    Bildunterschift: "Die Illustration zeigt den Moment des Zusammenstosses zwischen dem Mond und dem rund ein Drittel kleineren Zweitmond." = 2/3
    im Text: "... kleinerer Erdtrabant mit einem Durchmesser von etwa 1200 Kilometern. Das entspricht etwa einem Drittel des Mondes." = 1/3
    Pisa läßt Grüßen.

  • Viele Wissenschaftler vermuten...
    wäre der sichere Ausdruck gewesen, wenn man Kommentare wie den Ihren erwartet. Neben "dem Glauben" gibt es eben auch die begründete und belegte Schlußfolgerung, die Sie mit Ihrem Glauben nicht verwechseln dürfen.

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