Space Elevator

Mit dem Aufzug ins All

Zusteigen, Türen schließen, nächster Halt: Weltraum. Noch ist ein Aufzug in den erdnahen Weltraum Science Fiction. Aber theoretisch gilt er als machbar und visionäre Forscher haben die Praxis schon im Visier.
Michael Stark von der Technischen Universität München bereitet den Start eines „Weltraumlifts“ vor. vor. Für den Wettbewerb in München haben Teams kleine Weltraumaufzüge entwickelt, die in möglichst kurzer Zeit an einem Seil hundert Meter in die Höhe fahren müssen. Quelle: dpa
European Space Elevator Challenge

Michael Stark von der Technischen Universität München bereitet den Start eines „Weltraumlifts“ vor. vor. Für den Wettbewerb in München haben Teams kleine Weltraumaufzüge entwickelt, die in möglichst kurzer Zeit an einem Seil hundert Meter in die Höhe fahren müssen.

(Foto: dpa)

GarchingLift-Reise in 36.000 Kilometer Höhe: Mit einem Aufzug ins All zu fahren ist derzeit noch Vision, aber theoretisch gilt der Lift als machbar. Ein „Space Elevator“ könnte in ferner Zukunft Menschen, Satelliten und anderes Material ins All bringen – kostengünstiger und einfacher als derzeit Raketen. Auf der European Space Elevator Challenge in Garching bei München präsentieren und testen bis Donnerstag ein halbes Dutzend Teams aus Deutschland und Japan ihre Vorschläge für einen solchen Fahrstuhl.

Bei Sonnenschein surren die Modelle an einem Seil in den strahlend blauen Herbsthimmel. Die Wissenschaftliche Arbeitsgemeinschaft für Raketentechnik und Raumfahrt (WARR) der Technischen Universität München hat das Treffen auf dem Campus in Garching organisiert. Das All beginnt hier allerdings schon in 100 Metern Höhe. So hoch schwebt der Ballon mit dem Seil über dem Uni-Gelände. Im Aufzug ist gerade mal Platz für zwei bis drei Kilogramm Last.

Wie Stephen Hawking zu den Sternen reisen möchte
Raumschiffe zu anderen Sternen
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Mit Schützenhilfe des berühmten Physikers Stephen Hawking will Internetinvestor Juri Milner (l.) ein futuristisches Projekt zur Erforschung der Weiten des Alls starten. Ziel des Projekts Breakthrough Starshot sei es, Raumschiffe zum Sternensystem Alpha Centauri zu schicken, kündigte Milner am Dienstag an.

Sternsystem Alpha Centauri
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Alpha Centauri besteht aus drei Sternen und ist das der Sonne am nächsten gelegene Sternensystem – gut vier Lichtjahre entfernt. Die Distanz, die die Raumschiffe überwinden müssen, ist mehr als 2000 Mal so groß wie bei bisherigen Raumfahrtmissionen.

Raumschiff in Miniaturform
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Herzstück des geplanten Raumschifftyps ist der sogenannte Starchip, der alle wesentlichen Instrumente in Miniaturform enthält.

Sonnensegel als Antrieb
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Für den Antrieb soll ein großes Sonnensegel sorgen, das seine Energie...

Laser liefern die Energie
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...von Lasern auf der Erde erhält. Die Energie soll groß genug sein, um die Raumschiffe auf rund ein Fünftel der Lichtgeschwindigkeit zu beschleunigen.

Nach 20 Jahren am Ziel
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Ihr Ziel erreichen sollen die Raumschiffe in 20 Jahren, sagte Milner. Im Sternsystem Alpha Centauri könnten sie auf Planeten stoßen – und möglicherweise sogar auf Anzeichen von Leben. Zugleich würde das Projekt zeigen, dass Reisen zu anderen Sternen prinzipiell möglich sind. Bislang ist die Menschheit mit Raumschiffen nur bis an die Grenzen des eigenen Sonnensystems vorgestoßen.

Stephen Hawking
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„Wir verschreiben uns dem nächsten großen Sprung in den Kosmos“, sagte Hawking bei der Vorstellung des Projekts. „Denn wir sind menschlich und unserer Natur entspricht es zu fliegen.“

Die Systeme der jungen Wissenschaftler – Schüler und Studenten – bestehen meist aus Rollen, die an das Kabel gepresst die Kapsel nach oben schieben. Die zentrale ungelöste Frage, ob es je ein Material für ein mehrere Zehntausend Kilometer langes Seil geben wird, stellt hier kaum einer.

Ob der Aufzug je gebaut werde, sei erst einmal zweitrangig, sagt Dominik Schaefer aus Hof, der mit Mitschülern den „Hofstapler“ gebaut hat. „Wichtig ist, dass man das, was man in Physik und Informatik gelernt hat, auch anwenden kann.“ Studenten der Luft- und Raumfahrttechnik aus Stuttgart erklären ihre Motivation mit der Raumfahrtmentalität, Unmögliches möglich zu machen. „Ein funktionstüchtiger Space Elevator würde ein neues Kapitel in der Raumfahrt bedeuten.“

Auch das Team um Professor Yoshio Aoki von der japanischen Nihon Universität will die weltweite Community stärken. „Wir sind hier, um unsere Ideen zu teilen“, sagt Teammitglied Darren Coste. Um den Aufzug je zu realisieren, müssen sehr viele Menschen weltweit zusammenarbeiten.“

Rein rechnerisch, da sind sich Wissenschaftler weltweit einig, ist der Weltraumaufzug machbar. Auf etwa 36.000 Kilometern Höhe – dort befindet sich die sogenannte geostationäre Bahn – würden sich Schwer- und Fliehkraft etwa die Waage halten. Eine mögliche Himmelsstation wäre stabil im All und würde sich immer über demselben Punkt auf der Erde befinden. Auch geostationäre Satelliten fliegen in dieser Höhe.

Die Bodenstation des Aufzuges müsste aus physikalischen Gründen am Äquator sein, am besten im Wasser und damit flexibel. Rundum müsste eine immens große Flugverbotszone errichtet werden.

Im Aufzug zum Mond
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