SpaceShip Two explodiert Schwarzer Tag für den Weltraumtourismus

Das „SpaceShipTwo“ sollte Träume wahr machen: Weltraumflüge für Privatpersonen. Nach Verzögerungen kündigte der Unternehmer Branson Passagierflüge für Frühjahr 2015 an. Nun zerschellte sein Traum in Kalifornien.
Update: 01.11.2014 - 09:01 Uhr Kommentieren
Das „SpaceShipTwo“ wurde den Informationen zufolge zunächst von einem Trägerflugzeug in die Höhe getragen und dann ausgeklinkt. Quelle: dpa

Das „SpaceShipTwo“ wurde den Informationen zufolge zunächst von einem Trägerflugzeug in die Höhe getragen und dann ausgeklinkt.

(Foto: dpa)

Los Angeles/MojaveZweiter Rückschlag für die kommerzielle Raumfahrt innerhalb einer Woche: Das für den Weltraumtourismus entwickelte Raumschiff „SpaceshipTwo“ des privaten Raumfahrtunternehmens Virgin Galactic ist am Freitag bei einem Textflug über der kalifornischen Mojave-Wüste explodiert. Ein Pilot kam bei dem Absturz ums Leben, dem zweiten gelang mit dem Fallschirm der Notausstieg, teilte der Sheriff von Kern County, Donny Youngblood mit. Er sei in ein Krankenhaus geflogen worden.

Erst am Dienstag war eine unbemannte Versorgungsrakete der amerikanischen Betreiberfirma Orbital Sciences kurz nach dem Start zur Internationalen Raumstation ISS explodiert. Der britische Milliardär und Gründer von Virgin Galactic, Richard Branson reagierte bestürzt auf den Absturz rund 200 Kilometer von Los Angeles. Gestartet war das Raumschiff 30 Kilometer entfernt von der Absturzstelle im Mojave Air and Space Port.

Der letzte Flug der Columbia
Columbia Anniversary
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Am 1. Februar 2003 zerbrach die Raumfähre Columbia beim Landeanflug in rund 60 Kilometern Höhe. Die glühenden Trümmer gingen über den US-Bundesstaaten Texas und Louisiana nieder.

10th anniversary of US shuttle Columbia disaster
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Die Crew der Columbia hatte keine Chance: Alle sieben Astronauten waren innerhalb von Sekunden tot.

Columbia Anniversary
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Schon beim Start der Columbia gut zwei Wochen vor der Katastrophe war es zu jenem Zwischenfall gekommen, der das Unglück herbeiführen sollte.

Still image released by NASA of Space Shuttle Discoverys external fuel tank
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Ein Stück der Isolierung des wiederverwendbaren Außentanks des Shuttles - hier ein baugleiches Modell der Raumfähre Discovery kurz nach der Abtrennung - war während des Starts abgebrochen und hatte ein Loch in die linke Tragfläche des Shuttles geschlagen.

File photo of NASA space shuttle program manager Ron Dittemore holding a piece of insulation foam to describe how a piece of insulation hit the underside of the shuttle during the craft's liftoff, during a NASA briefing in Houston
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Nasa-Manager Ron Dittemore mit einem Stück der Tankverkleidung. Durch das Loch in der Tragfläche strömte beim Wiedereintritt des Shuttles in die Erdatmosphäre heißes Gas ein und zerstörte die Raumfähre.

huGO-BildID: 2612610 A Texas Department of Safety trooper photographs part of what is believed to be a piece of debris from the space shuttle Columbi
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Bruchstücke des Spaceshuttles wurden über einen Radius von 200 Kilometern verstreut.

Trümmer der Columbia
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Zur Klärung der Unfallursache wurden die Bruchstücke der Columbia in einem Hangar des Kennedy Space Centers in Florida gesammelt. Insgesamt 78760 Trümmerteile registrierten die Nasa-Experten.

Bransons Firma hat bisher beim Rennen um zahlungskräftige Weltraumtouristen die Nase vorn. Branson wurde am Samstag an der Absturzstelle erwartet, ebenso Ermittler der Nationalen Verkehrssicherheitsbehörde NTSB.

„Raumfahrt ist schwierig - aber es ist das wert“, schrieb Branson in der Nacht zum Samstag in einer Erklärung. „Wir werden durchhalten und zusammen weiter machen.“ Er wolle nun „bei den engagierten und hart arbeitenden Menschen sein, die sich jetzt wegen der verheerenden Verlustes im Schockzustand befinden.“

„Heute war ein harter Tag“, sagte auch George Whitesides, neben Branson einer der Leiter von Virgin Galactic. „Die Zukunft beruht in vielerlei Hinsicht auf harten, harten Tagen wie diesem.“ Virgin Galactic teilte mit, es habe während des Flugs eine „ernsthafte Anomalie“ gegeben, die zum Verlust von „SpaceShipTwo“ geführt habe.

Der Fotograf Ken Brown sagte, „SpaceShipTwo“ sei explodiert, nachdem es von dem Trägerflugzeug ausgeklinkt worden sei, das es in große Höhe gebracht habe. Die Unfallursache war zunächst ebenso unbekannt wie die genaue Höhe, in der das Raumschiff explodierte.

Raumfahrtexperten sagten nach dem Unglück, dies werde den Weltraumtourismus deutlich zurückwerfen. „Ich denke, das ist ein ernsthafter Rückschlag für die Idee, bald viele Menschen auf Spritztouren in den Weltraum zu schicken“, sagte der frühere Direktor für Raumfahrtpolitik an der George-Washington-Universität in Washington, John Logsdon. Viele hätten schon gedacht, dass die Technologie bereits so weit sei, Touristen sicher ins Weltall zu befördern zu können.

Der Traum von Weltraumtourist
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