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„Spaceshipone“ fliegt in die Raumfahrtgeschichte

Das US-Raketenflugzeug „Spaceshipone“ hat mit dem Gewinn des „Ansari X-Prize“ die Tür zu einem neuen Zeitalter in der Raumfahrt aufgestoßen. Beim zweiten Rekordversuch innerhalb einer Woche flog Pilot Brian Binnie am Montag in eine Höhe von 112,16 Kilometer bis an den Rand des Orbits.

dpa WASHINGTON. Das US-Raketenflugzeug „Spaceshipone“ hat mit dem Gewinn des „Ansari X-Prize“ die Tür zu einem neuen Zeitalter in der Raumfahrt aufgestoßen. Beim zweiten Rekordversuch innerhalb einer Woche flog Pilot Brian Binnie am Montag in eine Höhe von 112,16 Kilometer bis an den Rand des Orbits.

Das berichtete der US-Nachrichtensender CNN unter Berufung auf Radarmessungen, noch bevor Binnie nach dem rund 90 Minuten langen Flug sicher zum kalifornischen Wüstenflughafen Mojave zurückgekehrt war. Die offizielle Bestätigung stand am Mittwoch noch aus.

Nach dem Gewinn des Preisgeldes in Höhe von zehn Mill. Dollar stieß das kalifornische Mojave Aerospace Ventures Team mit Champagner-Flaschen an. Anschließend stellte sich Binnie auf eine Tragfläche von „Spaceshipone“ und drehte mit einer US-Flagge in der Hand eine Ehrenrunde. „Ich danke Gott, dass ich in einem Land lebe, in dem das möglich ist“, sagte der 51-Jährige nach Angaben von CNN. Binnie darf sich als zweiter ziviler Pilot jetzt Astronaut nennen.

Um den renommierten Preis in der Raumfahrtindustrie, den 1996 ausgelobten „Ansari X-Prize“, hatten 26 Teams aus sieben Ländern gekämpft. Die Bedingungen sahen vor, dass ein Team innerhalb von zwei Wochen zwei Mal mit einem ausschließlich privat finanzierten Raumflugzeug höher als 100 Kilometer bis an den Rand des Orbit fliegt. Die Stifter wollten mit dem Preisgeld die Tür zum Weltraumtourismus und zur kommerziellen Nutzung des Weltalls öffnen. Preisstifter Peter Diamandis sprach nach dem Sieg von „Spaceshipone“ von einer Revolution in der bemannten Raumfahrt.

Hinter dem Projekt „Spacesshipone“ stehen der Luftfahrtpionier Burt Rutan (60) und der Milliardär und Microsoft-Mitbegründer Paul Allen (51). Allen hat nach US-Medienberichten das Projekt mit 25 Mill. Dollar gefördert. Bei den Rekordflügen sei es dem Team nicht um das Preisgeld gegangen, sagte Rutans Bruder Dick CNN. „Es ist nicht das Geld. Es ist der Erfolg, ein neues Kapitel in der Raumfahrt zu öffnen.“

Trotz des Erfolges in der Vorwoche wechselte das „Spaceshipone“-Team für den entscheidenden Flug den Piloten aus. Am Montag übernahm Testpilot Brian Binnie das Kommando. Am Ende flog er sogar noch neun Kilometer höher als Mike Melvill beim ersten Anlauf.

Im Huckepack-Verfahren wurde „Spaceshipone“ vom Transportflugzeug „White Knight“ bis in eine Höhe von etwas mehr als 14 Kilometer geschleppt. Dann koppelte Binnie ab und startete 84 Sekunden lang die Raketentriebwerke. Mit einem senkrechten Kondensstreifen am Himmel raste er dann bis an den Rand des Orbits. Wenige Minuten später trat er mit einem kurzen Grollen wieder in die Erdatmosphäre ein.

Nach dem Gewinn des Preises beginnt für „Spaceshipone“ die kommerzielle Nutzung. Der britische Milliardär und Fluglinien-Mogul Richard Branson will ab 2007 an Bord eines modifizierten Flugzeugtyps die ersten Weltraumtouristen in den Orbit befördern.

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