SpaceX, Bezos, Airbus

Senkrechtstarter mischen die Raumfahrt auf

Sie bringen Satelliten ins All und einer will zum Mars: Unternehmer wie Tesla-Chef Musk und Amazon-Boss Bezos wirbeln die Raumfahrtbranche durcheinander. Das setzt auch in Europa neue Kräfte frei.
Das junge Raumfahrtunternehmen fördert mit seiner selbst entwickelten Rakete Falcon 9 Satelliten ins All. Von SpaceX bis hin zu Amazon-Chef Jeff Bezos mischen neue Spieler im Raumfahrtgeschäft mit. Quelle: dpa
SpaceX

Das junge Raumfahrtunternehmen fördert mit seiner selbst entwickelten Rakete Falcon 9 Satelliten ins All. Von SpaceX bis hin zu Amazon-Chef Jeff Bezos mischen neue Spieler im Raumfahrtgeschäft mit.

(Foto: dpa)

FrankfurtEs tut sich was im All: Viereinhalb Jahrzehnte nach dem ersten Menschen auf dem Mond bekommt die staatlich dominierte Raumfahrtbranche zunehmend private Konkurrenz. Anfang 2016 wollen die USA entscheiden, wen sie mit Versorgungsflügen zur Raumstation ISS beauftragen. Auch sonst wird die Raumfahrt kommerzieller: Vom jungen Raumfahrtunternehmen SpaceX bis hin zu Amazon-Chef Jeff Bezos mischen neue Spieler in einem Geschäft mit, das zuletzt einige Fehlschläge verkraften musste.

Nicht zuletzt die klammen Budgets von Raumfahrtnationen wie den USA und Russland treiben die Kommerzialisierung der Raumfahrt voran. Weltweit dürften die staatlichen Raumfahrt-Investitionen in den kommenden Jahren im Schnitt zwar um gut zwei Prozent wachsen und im Jahr 2024 gut 81 Milliarden US-Dollar erreichen, schätzt Steve Bochinger vom Branchendienst Euroconsult. Allzu große Sprünge dürften damit aber nicht drin sein – es sei denn, man findet günstige und trotzdem zuverlässige Anbieter.

Gleich drei Privatunternehmen liefern sich ein Rennen um die Versorgungsflüge zur ISS: SpaceX, Orbital ATK und Sierra Nevada. Dem Gewinner winkt ein 3,5 Milliarden Dollar schwerer Sieben-Jahres-Vertrag der US-Raumfahrtbehörde Nasa. Doch die Flüge zur ISS standen zuletzt unter keinem guten Stern.

Im Oktober 2014 explodierte Orbitals „Cygnus“-Frachter beim Start. Ende April 2015 verglühte ein russischer „Progress“-Transporter in der Atmosphäre. Im Juni zerbrach ein „Dragon“-Frachter von SpaceX auf dem Weg zur ISS, als die Trägerrakete explodierte. Anfang Dezember hob ein „Cygnus“-Frachter dann einwandfrei ab.

Spektakuläre Entdeckungen im All
Spekatkuläre Entdeckungen
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Plutos Herz, ein Zwergplanet mit Pyramide und wieder einmal Wasser auf dem Mars – Raumsonden haben auch 2015 unser Wissen über das Sonnensystem durch spaktakuläre Entdeckungen erweitert. Ein Überlick.

Pluto-Sonde New Horizons
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Die Forscher waren verblüfft von der Vielfalt der Oberflächenformationen des Zwergplaneten Pluto. Die Nasa-Sonde New Horizons entdeckte Eisberge, die mit 3400 Metern so hoch aufragen wie manche Alpengipfel, außerdem fließende Gletscher und Hinweise auf Eisvulkane am Pluto-Südpol.

Planet mit Herz
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Die auffälligste Struktur auf der rötlich schimmernden Oberfläche ist das riesige Herz, das von zwei großen Eisebenen gebildet wird. Zu Ehren des US-amerikanischen Pluto-Entdeckers Clyde Tombaugh (1906-1997) wurde es Tombaugh Regio getauft.

Unterwegs zum nächsten Ziel
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Die 2006 gestartete Nasa-Sonde befindet sich nach der erfolgreichen Pluto-Passage im Sommer bereits auf dem Weg zu ihrem nächsten Ziel, dem Objekt 2014 MU69, das sie 2019 erreichen wird. Ihre Beobachtungen am Pluto werden die Wissenschaftler aber noch lange beschäftigen: Erst Ende 2016 wird New Horizons die Datenübertragung zur Erde abgeschlossen haben.

Raumsonde Dawn am Zwergplaneten Ceres
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Pluto war nicht der erste Zwergplanet, der von einer irdischen Raumsonde besucht wurde. Bereits im Frühjahr 2015 erreichte die Nasa-Sonde Dawn den Zwergplaneten Ceres im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter.

Helle Flecken auf schwarzem Grund
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Dawn entdeckte unter anderem Krater und Gebirgsketten sowie auffällig helle Flecken auf der dunklen Oberfläche des Zwergplaneten. Möglicherweise handelt es sich dabei um freigelegtes Wassereis. Der hellste Fleck auf Ceres liegt im Occator-Krater, dessen Rand zum Teil steiler ist als die Eiger-Nordwand.

Ein einsamer Berg
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Auf der Südhalbkugel des Zwergplaneten fotografierte Dawn einen einsamen, pyramidenförmigen Berg, der sechs Kilometer hoch aufragt. Seine Entstehung ist ein Rätsel. Die steilen Flanken dieser natürlichen Pyramide sind von hellen Streifen durchzogen. Möglicherweise ist hier einmal etwas geflossen.

Foto: Nasa

Der neue Wettbewerb geht auch an den Etablierten der Branche nicht spurlos vorüber. Wenn die Nasa im nächsten Schritt die ISS-Flüge für Astronauten vergibt, sehen sich der bisherige Raumfahrt-Weltmarktführer Lockheed Martin und sein Partner Boeing dem aufstrebenden Rivalen SpaceX gegenüber. Dessen Chef Elon Musk, der bereits mit den Elektroautos seines Unternehmens Tesla Furore macht, hat sich für die ferne Zukunft nichts Geringeres als einen Flug zum Mars zum Ziel gesetzt.

Weltraum-Reisen für reiche Touristen
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