SpaceX-Rakete Falcon Heavy Das Ziel ist der Mars

Im lukrativen Geschäft der Weltraumtransporter möchte sich SpaceX mit seiner Rakete Falcon Heavy weit vorn platzieren. Der bevorstehende Jungfernflug der derzeit leistungsstärksten Rakete wird aber kein Selbstläufer.
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SpaceX-Rakete Falcon Heavy vor dem Start  Quelle: DPA
Falcon Heavy

Der Antrieb der neuen SpaceX-Rakete besteht aus 27 Einzeltriebwerken.

(Foto: DPA)

BerlinDrei Autos haben bislang den Weg ins All gefunden: Als stumme Zeugen der Nasa-Mondmissionen Apollo 15, 16 und 17 stehen diese LRV (Lunar Roving Vehicle) noch heute auf dem Erdtrabanten. Jetzt soll der Wagenpark im All um ein weiteres Fahrzeug erweitert werden, ein im Vergleich zu den futuristisch anmutenden Mondautos deutlich alltagstauglicheres Modell: Tesla-Chef Elon Musk will seinen eigenen Tesla Roadster ins All schicken.

„Das Ziel ist der Mars“, twitterte Musk vergangenen Dezember und schob gleich nach, dass sein Roadster wohl eine Milliarde Jahre im tiefen All unterwegs sein dürfte – falls er beim Aufstieg in den Weltraum nicht explodiere. Doch eigentlich spielt der Elektroflitzer bei dem für diesen Januar geplanten Flug eher eine Nebenrolle. Star der Veranstaltung, deren genaues Datum noch offen ist, wird die neue Schwerlastrakete Falcon Heavy sein, die zu ihrem Jungfernflug abhebt.

Diese neuen Raketen sollen bald ins All fliegen
Bloostar
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Die zwei Meter große Rakete Bloostar von Zero 2 Infinity startet von einem Ballon in der Stratosphäre aus ins All. Sein erster Start ist für 2019 geplant. Ein Start kostet vier Millionen Dollar. Ihre Nutzlast: 0,08 Tonnen.

RocketLab Electron
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Die Electron wurde von Rocket Lab teilweise per 3-D-Druck hergestellt. Sie soll noch 2017 das erste Mal starten - für 4,9 Millionen Dollar. So viel kostet ein Start der Electron. Ihre Größe: 17 Meter. Ihre Nutzlast: 0,15 Tonnen.

SpaceX
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Wohl eine der bekanntesten unter den neuen Raketenmodellen ist die Falcon Heavy von SpaceX. Sie soll ebenfalls 2017 das erste Mal an den Start gehen. Obwohl sie wiederverwendbar ist, kostet ein Start 90 Millionen Dollar. SpaceX will die 70 Meter große Rakete mit einer Nutzlast von 64 Tonnen 2018 mit einem Raumschiff gekoppelt zum Rundflug um den Mond schicken.

Recycling-Rakete
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Das Interplanetary Transport System gehört ebenfalls zum Portfolio von SpaceX und ist deshalb ebenso wiederverwendbar. Sie soll nach ihrem ersten Start 2025 100 Menschen zum Mars bringen können. 62 Millionen Dollar kostet ein Start der 122 Meter großen Rakete, die eine Nutzlast von 450 Tonnen bietet.

Launcher One
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Die Launcher One von Virgin Galactic fliegt von einem Boeing-Jet aus ins All. Ihr erster Start wird 2018 anvisiert und soll weniger als 10 Millionen Dollar kosten. Größe: 70 Meter. Nutzlast: 0,23 Tonnen.

Blue Origin
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Die Rakete New Glenn von Blue Origin soll den wiederverwertbaren Raketen von SpaceX Konkurrenz machen. Sie soll 2020 zum ersten Mal starten und dann eine Landefähre zum Mond fliegen. Was ein Start der 95 Meter hohen Rakete dann kosten könnte, gibt das Unternehmen bislang nicht bekannt. Nutzlast: 45 Tonnen.

Ripple Aerospace
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Eine Besonderheit bietet die Sea Serpent One von Ripple Aerospace. Diese 36 Meter große Rakete startet aus dem Meer, braucht also keinen Weltraumbahnhof um abzuheben. Was ein solcher Start kostet, ist nicht bekannt. Die Nutzlast dieser Rakete: 2,6 Tonnen.

Mit dem neuen Raumschiff möchte sich Musks Weltraumunternehmen SpaceX im lukrativen Geschäft der Weltraumtransporter ganz weit vorn platzieren. Bis zu 63 Tonnen Nutzlast soll die Falcon Heavy ins All bringen – mehr als jede andere derzeit verfügbare Rakete. Zum Vergleich: Europas leistungsstärkstes Modell, die Ariane 5, ist für eine maximale Nutzlast von gut 20 Tonnen ausgelegt.

Gleichzeitig stellt SpaceX niedrigere Kosten in Aussicht, nicht zuletzt durch die Wiederverwendbarkeit von Teilen der Mega-Rakete. Tatsächlich ist, nach anfänglichen Schwierigkeiten, die Landung und Wiederverwendung von Raketenteilen beim derzeitigen SpaceX-Spitzenmodell Falcon 9 fast schon Routine geworden. Allein im vergangenen Jahr endete gut ein Dutzend Flüge mit einer erfolgreichen Landung.

Kritischer als das Ende dürfte allerdings der Anfang der Falcon-Heavy-Mission sein. Denn um derart große Lasten ins All zu bringen, muss die neue Rakete gewaltigen Schub entwickeln. Und so haben die SpaceX-Ingenieure die Zahl der Triebwerke gegenüber der Falcon 9 gleich verdreifacht: Insgesamt 27 sollen den Großtransporter zum Abheben bringen.

Ein großes Risiko
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