SpaceX schafft Durchbruch
Rakete wieder sicher auf der Erde gelandet

Es hat geklappt. Die Rakete hat ihre Fracht abgesetzt, und ihre ausgebrannte erste Stufe ist weitgehend unversehrt auf die Erde zurückgekehrt. Das ist ein Durchbruch in der kommerziellen Raumfahrt.

Cape CanaveralRund zehn Monate nachdem eine Explosion den „Dragon“ auf dem Weg zur Internationalen Raumstation zerstört hatte ist erneut ein Raumfrachter der Firma SpaceX zur ISS gestartet. Die „Dragon“-Kapsel habe an der Spitze einer Falcon 9-Rakete erfolgreich vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida abgehoben, teilten die US-Raumfahrtbehörde Nasa und SpaceX am Freitag mit.

Erstmals klappte zudem die sichere Landung der ersten Raketenstufe auf einem unbemannten Boot im Atlantik. Dieses Manöver war zuvor bei mehreren Versuchen missglückt. Der „Dragon“ hat rund 1400 Kilogramm Versorgungsnachschub und wissenschaftliche Experimente an Bord und soll am Sonntag an der ISS ankommen.

Doch vor allem die geglückte Landung der ersten Trägerstufe ist in diesem Fall das besondere Ereignis und könnte zum Wendepunkt der kommerziellen Raumfahrt werden. Nicht zuletzt die klammen Budgets von Raumfahrtnationen wie den USA und Russland treiben die Kommerzialisierung der Raumfahrt voran. Weltweit dürften die staatlichen Raumfahrt-Investitionen in den kommenden Jahren im Schnitt zwar um gut zwei Prozent wachsen und im Jahr 2024 gut 81 Milliarden US-Dollar erreichen, schätzt Steve Bochinger vom Branchendienst Euroconsult. Allzu große Sprünge dürften damit aber nicht drin sein – es sei denn, man findet günstige und trotzdem zuverlässige Anbieter.

Gleich drei Privatunternehmen liefern sich ein Rennen um die Versorgungsflüge zur ISS: SpaceX, Orbital ATK und Sierra Nevada. Dem Gewinner winkt ein 3,5 Milliarden Dollar schwerer Sieben-Jahres-Vertrag der US-Raumfahrtbehörde Nasa. Doch die Flüge zur ISS standen zuletzt unter keinem guten Stern.

Im Oktober 2014 explodierte Orbitals „Cygnus“-Frachter beim Start. Ende April 2015 verglühte ein russischer „Progress“-Transporter in der Atmosphäre.

Im Juni zerbrach ein „Dragon“-Frachter von SpaceX auf dem Weg zur ISS, als die Trägerrakete explodierte. Anfang Dezember hob ein „Cygnus“-Frachter dann einwandfrei ab.

Alle Flüge bisher eint aber eines: Erfolgreich oder nicht: Am Ende verglühen die teuren Raketen in der Atmosphäre, oder die Dragon-Stufen zerbarsten bei der Landung. Für die nächste Mission musste eine neue Rakete gebraucht. Das wäre so, als ob man nach jedem Transatlantikflug den Jumbojet verschrottet und einen neuen für den Rückflug baut. Die Tickets für diese Flüge wären für Normalverdiener praktisch unbezahlbar.

Elon Musk, Gründer von SpaceX, will das ändern. Er hofft die Kosten für einen Transportflug ins All weit mehr als halbieren zu können, wenn wichtige Teile mehrfach versendet werden können. Das Prinzip ist bekannt von den Space-Shuttle der Nasa, die ebenfalls zum Teil wiederverwendbar waren. Allerdings gingen bei den Shuttles die Raketenstufen ebenfalls komplett verloren.

Die nächste Herausforderung für Musk ist deshalb nun, die gebrauchte Dragon-Stufe zu überholen und wieder erfolgreich einzusetzen. Dann hat der Gründer der Tesla-Automobilwerke die Chance in die Königsklasse aufzusteigen. Wenn die Nasa im nächsten Schritt die ISS-Flüge für Astronauten vergibt, sehen sich der bisherige Raumfahrt-Weltmarktführer Lockheed Martin und sein Partner Boeing dem aufstrebenden Rivalen SpaceX gegenüber. Und das vielleicht zu Preisen, bei denen es den Lockheed-Managern einfach die Sprache verschlägt.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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