Forschung + Innovation
Spanier entdecken vermissten Stern von historischer Supernova

Spanische Wissenschaftler haben den lange gesuchten Stern entdeckt, der die historische Supernova von 1 572 ausgelöst hat. Das Ereignis vom 11. November 1 572 erschütterte das von Aristoteles aufgestellte Dogma von der Unveränderlichkeit der Himmelssphären.

dpa MADRID/LONDON. Spanische Wissenschaftler haben den lange gesuchten Stern entdeckt, der die historische Supernova von 1 572 ausgelöst hat. Das Ereignis vom 11. November 1 572 erschütterte das von Aristoteles aufgestellte Dogma von der Unveränderlichkeit der Himmelssphären.

Der dänische Astronom Tycho Brahe glaubte damals, einen neuen, hell leuchtenden Stern in der Konstellation Cassiopeia entdeckt zu haben. In Wirklichkeit handelte es sich um den „Tod“ eines Sternes, eine Supernova-Explosion.

Bei „Tychos Supernova“, wie die Erscheinung heute genannt wird, hatte ein so genannter Weißer Zwergstern große Teile eines anderen Sterns absorbiert und war schließlich explodiert. Das Himmelsereignis soll sogar William Shakespeare zu einem bösen himmlischen Omen in der Eröffnungsszene von „Hamlet“ inspiriert haben.

Der Begleitstern des explodierten Weißen Zwergs war bislang nicht zu entdecken. Die spanische Astronomin Pilar Ruiz-Lapuente von der Universität Barcelona und ihr Team kamen dem vermissten Stern nun bei einer akribischen Durchmusterung über dessen Geschwindigkeit auf die Spur: Er bewegt sich drei Mal so schnell durchs All wie seine Nachbarn, berichten die Forscher im britischen Fachjournal „Nature“ (Bd. 431, S. 1 069).

Der rund 10 000 Lichtjahre (100 Billiarden Kilometer) von der Erde entfernte Stern gleicht in Helligkeit und Oberflächentemperatur unserer Sonne. Die Entdeckung liefert erstmals einen Beleg für die Theorie, dass nicht nur die Verschmelzung zweier Weißer Zwerge diesen Typ Supernova auslösen kann, sondern auch ein „überlebender“ Begleitstern, der dann losgelöst durch den Kosmos fliegt.

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