Sparsamer, leiser und bequemer
A380 absolviert erste Systemtests

Die streng gesicherte Halle im Toulouser Industriekomplex „Jean-Luc Lagardère“ verbirgt die Riesenvögel der Zukunft: drei Prototypen des Airbus A 380. Grün und groß stehen sie da, mit noch offenen Flanken, umgeben von Baugerüsten und Arbeitsbühnen und umwieselt von Dutzenden Ingenieuren mit Laptops. Die Flügel, so groß wie drei Tennisplätze, fassen gemeinsam mit dem Höhenleitwerk 310 000 Liter Kerosin. Allein der Sprit wiegt so viel wie ein kompletter Airbus A 340.

HB TOULOUSE. Die ersten Systemtests laufen auf vollen Touren, damit der größte Jet der Welt im Frühjahr 2005 den ersten Testflug absolvieren kann. Im zweiten Quartal 2006 wird Singapur Airlines die erste A 380 in Dienst nehmen. Nach den Vorstellungen von Airbus soll der Prestigeflieger die Boeing 747 als bisher größtes Zivilflugzeug in den Ruhestand schicken. Seit November 2002 wurde keine 747 mehr von einer Airline geordert, doziert Richard Carcaillet, Direktor des A-380-Produktmarketings, genüsslich. Airbus dagegen habe für die A 380 bereits 139 feste Aufträge im Orderbuch. „Die 747 war die unerreichte Königin der Lüfte. Aber wir haben jetzt einen draufgesetzt“, freut sich Carcaillet.

Das ist wörtlich zu nehmen: Denn über den gesamten Rumpf erstrecken sich zwei rund 48 Meter lange Passagierdecks – als habe man zwei Flugzeuge zu einem Doppeldecker aufeinander geklebt. So soll die A 380 gegenüber der Boeing 747 rund ein Drittel mehr Passagiere transportieren, 29 Prozent mehr Ladung aufnehmen und 50 Prozent mehr Frachtvolumen unterbringen.

Während die amerikanische Konkurrenz den Bedarf für solche Flugzeugkapazitäten noch grundsätzlich anzweifelt, gibt Airbus gemeinsam mit den ersten Kunden den neuen Flugzeugen den Feinschliff. Bequeme Betten in der First Class, Flachbildschirme, Internet, eine schicke Lounge zum Beine vertreten – welche wettbewerbsrelevanten Extras sie in der Kabine einbauen lassen, daraus machen die Fluggesellschaften ein Geheimnis.

Lufthansa ist mit 15 Maschinen nach den Emirates Airlines bislang der zweitgrößte Abnehmer. Lufthansa-Projektleiter Burkard Wigger plant schon heute alle Details, damit der Start im September 2007 reibungslos über die Bühne geht. Schließlich muss auch der letzte Ausweichflughafen pünktlich die passende Schleppstange auf Lager haben und alle Abfertigungsroutinen beherrschen.

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