Spielzeugroboter sind ein Verkaufsknüller
Roboter erobern den Spielzeugmarkt

Mark Tilden spricht über seinen neuen Roboter wie ein stolzer Vater über sein Kind: „Er kann sich selbst hinlegen und wieder aufstehen.“ Mit Robosapien V 2, der neuesten Version seines humanoiden Spielzeugroboters kann man sprechen, aber im Gegensatz zu menschlichen Wesen gibt er keine Widerworte: „Robot, lay down!“, sagt Tilden, und Robosapien legt sich auf den Rücken. Die Bewegung sieht zwar nicht sehr menschlich aus, aber dafür kann er ganz menschlich rülpsen. Mit seinen Sensor-Augen verfolgt er Bewegungen und greift mit langen Plastikfingern nach Gegenständen.

KÖLN. „Meine Roboter – neben Robosapien V1 und V2 gibt es seit kurzem den Saurier Roboraptor und den Hund Robopet – sind genau das, was ich mir selbst als Junge immer gewünscht habe“, sagt Tilden. Er hat sich nach mehreren Anstellungen an verschiedenen Forschungseinrichtungen und Mitarbeit am Mars-Projekt der US-Weltraumbehörde Nasa darauf spezialisiert, die Träume kleiner und großer Jungs wahr werden zu lassen. Von der Entwicklung dienstbarer Roboter für ernsthafte Arbeiten, wie etwa eines selbständigen Staubsaugers, hat er erst mal abgelassen: „Meine Mutter hat das Teil nie benutzt.“

Tildens Spielzeugroboter, hergestellt in Hongkong von der Firma WowWee Ltd. und in Deutschland vertrieben durch die Joker AG, sind dagegen ein Verkaufsknüller. Die erste Robosapien-Version gehörte nach Angabe des Deutschen Bundesverbandes des Spielwaren-Einzelhandels 2004 zu den zehn meistgekauften Spielzeugen in Deutschland. „Auch die Nachfrage nach dem neuen Robosapien V 2 ist ziemlich gut“, kann eine Sprecherin der Spielwaren-Kette Vedes schon jetzt, wenige Tage nach der Markteinführung sagen.

International bekannt wurde Tilden für sein Konzept der Beam Robotics 1989. Das ist die Abkürzung für Biologie, Elektronik, Ästhetik und Mechanik. Tilden entwickelt mit einfacher Elektronik in Kombination mit robuster Mechanik sehr fähige Roboter zu einem unschlagbaren Preis. Die Einfachheit von Beam-Konstruktionen benötigt nur minimale Elektronik, um mechanische Geschöpfe zu schaffen, die ihren Vorbildern aus der Natur in vielen Anwendungen nahe kommen. Der erste Robosapien kommt mit nur sieben Servo-Motoren aus, der V 2 hat zwölf. Das Gleichgewichtsproblem löst Robosapien einfach durch das Gewicht der Batterien in seinen übergroßen Füßen.

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