Spracherkennung
So will Google zum Sprachgenie werden

Der Internetriese Google versucht der Welt eine gemeinsame Sprache zu geben. Dazu sammelt eine Frau rund um die Welt Gesprächsfetzen und Taucher sprechen in Smartphones. Das Ziel: Jeder soll jeden verstehen können.

San FranciscoLinnie Ha ist auf der Jagd - und zwar nach Sprachfetzen. Die junge Frau reist für ihren Arbeitgeber um die Welt, von Kontinent zu Kontinent, von Land zu Land, um Menschen in Mikrofone sprechen zu lassen. Ihre Aufgabe ist es, den Datenhunger von Googles gigantischen Rechnerbatterien zu stillen. Denn diese arbeiten rund um die Uhr daran, die menschliche Sprache zu analysieren - und sie schließlich zu verstehen.

Linnie Has Jagd hat bereits Erträge gebracht: Inzwischen übersetzt die Google-Software schon einfache gesprochene Sätze in fremde Sprachen und zeigt sie auf dem Bildschirm an oder liest sie per Computerstimme vor. Das ist ein Forschritt, doch zugleich nach Google-Maßstab nur eine kleine Spielerei, denn den Konzern hat ehrgeizige Pläne. Die beiden größten Forscherteams im Hauptquartier des Internetkonzerns arbeiten daran, einen Wunschtraum der Menschheit in Erfüllung gehen zu lassen: das Ende der babylonischen Sprachverwirrung. Jeder soll jeden verstehen können - in Echtzeit, ohne Dolmetscher, ohne Einheitssprache.

Schalten sich um den Globus verstreute Mitarbeiter eines internationalen Konzerns zur Telefonkonferenz zusammen, so die Vision, soll jeder in seiner Muttersprache mitdiskutieren können, die anderen verstehen ihn problemlos. Die Forscher wollen es schaffen, dass Mobilfunkgespräche in jede fremde Sprache übersetzt werden können, und zwar live. Eine Software im Smartphone soll das leisten. Es soll auch keine Rolle mehr spielen, ob eine Internetseite oder eine App in Chinesisch, Deutsch oder Englisch programmiert wurde. Die Herausforderung ist enorm: Über 300 Sprachen gibt es weltweit, hinzu kommen noch zahllose Dialekte.

250.000 Sprachbeispiele sind das Minimum

1600 Amphitheater Parkway, Mountain View, California. Auf mehr als 47000 Quadratmetern erstrecken sich die Kerngebäude des Googleplex, Hauptquartier und Forschungszentrum in einem. Der Konzern ist wie kaum ein anderes Unternehmen auf Innovation eingestellt, vergangenes Jahr flossen 12,8 Prozent des Umsatzes in Forschungsaktivitäten. Im sonnendurchfluteten Foyer des Building 43 liegen Textmarker auf kleinen Ablagen bereit. Im Vorbeigehen kann jeder auf einer riesigen Tafel seine Ideen für die Zukunft hinterlassen, egal wie abstrus sie zunächst auch erscheinen mögen.

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