Spuren des Atomtests
Wo Kims Bombe detonierte 

Anfang Januar registrierten Seismografen die Stoßwellen von Nordkoreas viertem Atomtest. Obwohl die Bombe unterirdisch gezündet wurde, hat ein Satellit nun Spuren an der Erdoberfläche entdeckt.

HeidelbergAm 6. Januar 2016 registrierten Erdbebenmessgeräte die Stoßwellen von Nordkoreas viertem Atomtest. Schnell war anhand der gemessenen Stärke der Explosion klar, dass es sich bei der Bombe nicht wie von der Regierung des Landes behauptet um eine Wasserstoffbombe gehandelt haben kann. Der exakte Explosionsort jedoch war mit den Seismografen nicht zu bestimmen.

Das lag vor allem daran, dass selbst die nächstgelegenen Messstationen hunderte Kilometer vom Ort der Detonation entfernt waren. Größere Ungenauigkeiten sind bei solchen Entfernungen nicht zu vermeiden.

Anhand von Satellitendaten des Radarspähers Sentinel-1A haben Wissenschaftler der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) nun jedoch den genauen Ort der Explosion identifizieren können. Der Satellit zeichnet bei seinen Überflügen präzise Höhendaten des Geländes auf – am 1. und am 13. Januar auch über dem Norden Nordkoreas.

Beim Vergleich der Aufnahmen vor und nach der Explosion entdeckten die Wissenschaftler, dass sich am Hang eines Berges in der Testregion eine große Fläche gesenkt hat. Der „Krater“ ist zwar nur sieben Zentimeter tief, für die empfindlichen Messgeräte von Sentinel-1A ist das Aufspüren auch solch geringer Abweichungen vom umliegenden Bodenniveau aber kein Problem.

Die Stelle liegt etwa drei Kilometer von einem bekannten Tunneleingang des nordkoreanischen Testkomplexes entfernt. Wie sich zeigte, hatten die Seismografen in diesem Fall vergleichsweise genaue Daten geliefert. Der von dem Satellit identifizierte Ort der Detonation weicht nur um etwa dreieinhalb Kilometer von der zuvor anhand seismischer Daten berechneten Stelle ab.

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