Forschung + Innovation
Stammzellen aus Fettgewebe können Knochenbildung anregen

Gießener Mediziner haben Stammzellen aus dem Fettgewebe eingesetzt, um Schädeldeckelknochen zu heilen. Nach einem deutschlandweit erstmals beim Menschen erprobten Versuch sei die stark zerstörte Schädeldecke eines siebenjährigen Mädchens wieder zugewachsen und verknöchert.

dpa GIEßEN. Gießener Mediziner haben Stammzellen aus dem Fettgewebe eingesetzt, um Schädeldeckelknochen zu heilen. Nach einem deutschlandweit erstmals beim Menschen erprobten Versuch sei die stark zerstörte Schädeldecke eines siebenjährigen Mädchens wieder zugewachsen und verknöchert.

Das sagte ein Mitarbeiter des behandelnden Arztes Prof. Hans-Peter Howaldt vom Gießener Universitätsklinikum. Die Mediziner behandelten das Kind jedoch nicht nur mit Stammzellen, sondern transplantierten auch Knochen. Daher ist unklar, welchen Anteil die Stammzellen an der Knochenbildung haben. Der neue Ansatz wird in der Dezember-Ausgabe der Fachzeitschrift „Journal of Cranio- Maxillofacial Surgery“ (Bd. 32, S. 370) beschrieben.

Die Schädeldecke des in Mittelhessen lebenden Mädchens war bei einem Sturz aus dem Fenster im Jahr 2001 großflächig zerstört worden. Vor der Operation im Mai 2003 musste es daher ständig einen Schutzhelm tragen. Weil die Löcher in der Schädeldecke zu groß waren, um sie allein mit Knochen aus dem Becken zu schließen, kombinierten die Ärzte die Transplantation mit der Stammzellbehandlung. „Damit ist es geglückt, die Entstehung von neuem Knochen voranzutreiben“, sagte Mitarbeiter Stefan Lendeckel. Wie man die Effekte beider Therapien trennen kann, untersuchen die Gießener Forscher derzeit mit weiteren Tests.

US-Forscher hatten bereits bei Mäusen Stammzellen des Fettgewebes entnommen und damit neue Knochenmasse für die Tiere entwickelt. Sie transplantierten die Stammzellen in Löcher, die sie zuvor in die Schädel der kleinen Nager gebohrt hatten. Wie erhofft, behoben die Zellen aus den Fettpolstern den Schaden und füllten das Loch mit neuem Knochen. Michael Longaker von der Stanford Universität in Palo Alto (US-Bundesstaat Kalifornien) hatte das Experiment im April 2004 in der Onlineausgabe des Journals „Nature Biotechnology“ (doi:10.1 038/nbt958) vorgestellt.

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