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Stammzellen aus Fettgewebe lösen Krebs aus

Stammzellen aus menschlichem Fettgewebe haben in einer spanischen Studie bei Versuchstieren Krebs ausgelöst. Die bösartigen Tumore bildeten sich durch Zellen, die lange außerhalb des Körpers kultiviert worden waren. Das schreibt das britische Wissenschaftsmagazin „New Scientist“ (Nr.

dpa LONDON/MADRID. Stammzellen aus menschlichem Fettgewebe haben in einer spanischen Studie bei Versuchstieren Krebs ausgelöst. Die bösartigen Tumore bildeten sich durch Zellen, die lange außerhalb des Körpers kultiviert worden waren. Das schreibt das britische Wissenschaftsmagazin „New Scientist“ (Nr. 2 496, S. 18).

Bisher hatten Forscher angenommen, dass solche adulten Stammzellen in der Regel keine bösartigen Tumore mehr bilden. Bei embryonalen Stammzellen ist diese Gefahr hingegen bekannt.

Ein Risiko für Menschen, die bereits mit Stammzellen etwa aus dem Knochenmark behandelt wurden, sehen die Forscher nicht. Zellen, die bei einer solchen Therapie eingesetzt werden, würden nur kurze Zeit außerhalb des Körpers kultiviert. „Unter normalen Umständen der klinischen Anwendung halten wir die Zellen für ziemlich sicher“, sagte Teamleiter Antonio Bernad von der Autonomen Universität Madrid dem „New Scientist“. „Aber wir müssen vorsichtig sein.“ Die Forscher sehen eine Verbindung zwischen der Anzahl an Teilungen der Zellen außerhalb des Körpers und dem Krebsrisiko.

Das Team untersuchte so genannte mesenchymale Stammzellen, die sich im Labor 90 bis 140 Mal geteilt hatten, bevor sie Versuchstieren gespritzt wurden. Die älteren Zellen bildeten vermehrt Krebs. Der Schlüssel sei, die Zellkulturen nicht zu lange wachsen zu lassen, meint Bernad. Die Forscher warnen davor, nur geringe Mengen von Stammzellen über viele Generationen zu vermehren, und fordern einen generelles Wachstumslimit von etwa 60 Generationen für die Zellkulturen. Die Originalstudie ist im Fachjournal „Cancer Research“ (Bd. 65, S. 3 025) erschienen.

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