Forschung + Innovation
Stammzellen wandern zu Hirntumoren und zerstören sie

Körpereigene Stammzellen können Berliner Forschern zufolge vor Krebs schützen. Bei Mäusen hätten Stammzellen und neuronale Vorläuferzellen Hirntumore zerstört, teilte das Max- Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) am Freitag mit.

dpa BERLIN. Körpereigene Stammzellen können Berliner Forschern zufolge vor Krebs schützen. Bei Mäusen hätten Stammzellen und neuronale Vorläuferzellen Hirntumore zerstört, teilte das Max- Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) am Freitag mit.

Dies sei um so überraschender, als man bislang angenommen habe, dass eben diese Zellen die Bildung so genannter Glioblastome auslösen. In Deutschland erkranken jährlich bis zu 5 000 Menschen an einem solchen Tumor. Die sehr gefährlichen Blastome treten vor allem bei älteren Menschen auf.

Die Wissenschaftler des MDC, des Universitätsklinikums Charité sowie des Helios-Klinikums hatten älteren Mäusen mit Glioblastom Stammzellen injiziert. Die Tumore wurden daraufhin kleiner. Die Forscher werten die im Fachmagazin „Journal of Neuroscience“ (Bd. 25, S. 2 637) veröffentlichten Ergebnisse als ersten Hinweis, dass zumindest junge Gehirne Schutzmechanismen gegen Glioblastome haben. Das könnte erklären, weshalb dieser Tumor beim Menschen erst in höheren Lebensjahren auftritt.

Die Forscher fanden zudem heraus, dass der Tumor selbst die Stammzellen aus den Keimzentren des Gehirns „anlockt“. Noch ist allerdings unklar, welche Substanz als Lockstoff dient und wie die Stammzellen auf den Tumor einwirken.

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