Forschung + Innovation
Stammzellenforscher gründen internationales Konsortium

Stammzellenforscher auf drei Kontinenten haben ein Konsortium gegründet, das das therapeutische Klonen global vorantreiben vorantreiben soll. Die neue „World Stem Cell Foundation“ (Welt-Stammzellen-Stiftung) wurde von ihrem Initiator, dem Koreaner Wook Suk Hwang, am Mittwoch in Seoul vorgestellt.

dpa NEW YORK/SEOUL. Stammzellenforscher auf drei Kontinenten haben ein Konsortium gegründet, das das therapeutische Klonen global vorantreiben vorantreiben soll. Die neue „World Stem Cell Foundation“ (Welt-Stammzellen-Stiftung) wurde von ihrem Initiator, dem Koreaner Wook Suk Hwang, am Mittwoch in Seoul vorgestellt.

Zeitgleich erschien ein vorgezogener Beitrag in der amerikanischen Ärztezeitschrift „New England Journal of Medicine“. Darin bietet Hwang, der in der Forschung mit embryonalen Stammzellen global führend ist, Kollegen in aller Welt die Zusammenarbeit an. Diese könnten bei Hwang embryonale Stammzellen bestellen, die für ihre Studien maßgeschneidert sind. Der Professor von der Nationaluniversität in Seoul hatte im Frühjahr erstmals Embryonen mit dem Erbgut unheilbar kranker Menschen geklont. Mit den Stammzellen aus solchen Embryonen glauben die Mediziner, eines Tages schwer kranke Patienten retten zu können.

Für deutsche Forscher kommt die Kooperation wegen der strikten Auflagen gegen Studien mit humanen embryonalen Stammzellen derzeit nicht in Frage, bedauerten die Stammzellenexperten Oliver Brüstle von der Universität Bonn und Hans Schöler vom Max-Planck-Institut in Münster. Beide Forscher äußerten aber die Hoffnung, dass Deutschland angesichts der globalen Bewegung in der Stammzellenforschung bald seine Bestimmungen lockern wird.

Auch die USA haben unter der derzeitigen Regierung vergleichbar strikte Vorschriften. Sie verpflichten Stammzellenforscher - im Austausch gegen Mittel aus dem Staatssäckel - ältere Zelllinien zu benutzen, die nach Meinung der Experten alles andere als ideal sind. Anders als in Deutschland sind Projekte mit neuen Stammzell-Linien erlaubt. Sie müssen nur aus privater Tasche finanziert werden.

Um US-Forschern embryonale Stammzellen liefern zu können, die genau auf ihren Bedarf zugeschnitten sind, will Hwang ein kleines Labor in der Gegend von San Francisco einrichten. Ein zweites ist in England geplant. In beiden sollen drei südkoreanische Experten - mal hier und mal dort - das Klonen nach dem Dolly-Verfahren vornehmen. Von den gewonnenen Zellen dürfen heimische Forscher Kulturen anlegen. Diese will Seoul allerdings noch einmal überprüfen, bevor sie für Studienzwecke frei gegeben werden.

Der Zellbiologe Gerald Schatten von der Universität von Pittsburg, ein enger Freund Hwangs, schätzt, dass aus dieser Kollaboration etwa hundert neue embryonale Stammzelllinien im Jahr für spezifische Krankheiten hervorgehen können. Hwang wolle die neuen Linien nicht patentieren lassen, versichert Schatten im Nejm. Das Konsortium werde aber Gebühren für maßgeschneiderte Stammzellen verlangen. Einige Kritiker des Kooperationsmodells befürchten, dass die Führung der Südkoreaner Forschern in anderen Ländern die Chance nehmen könnte, selbst Erfahrung auf dem Gebiet des therapeutischen Klonens zu sammeln.

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