Stammzellforschung
Erstmals Affen-Embryonen geklont

Zum ersten Mal ist es Forschern gelungen, einen Primaten zu klonen. Aus den so erzeugten Embryonen gewannen sie maßgeschneiderte Stammzellen zur möglichen Therapie von Krankheiten. Ein Forschungserfolg, der auch das Thema Menschenklon wieder ins Blickfeld rücken lässt.

DÜSSELDORF. Was beim Menschen noch nicht funktioniert, gelang US-Forschern jetzt erstmals bei Affen: durch therapeutisches Klonen embryonale Stammzellen herzustellen. Damit sei man einem Erfolg beim Menschen ein gutes Stück nähergekommen, sagen die Forscher im Fachmagazin „Nature“.

Ein Team um Shoukhrat Mitalipov von der Oregon Health & Science University, Beaverton, USA, entnahm Zellkerne aus Hautzellen von Rhesusaffen und injizierte sie in 308 zuvor entkernte Rhesusaffen-Eizellen. Mit diesem Ansatz war es Keith Campbell und Ian Wilmut 1996 am schottischen Roslin-Institut gelungen, das erste geklonte Säugetier, das inzwischen verstorbene Schaf Dolly, zu züchten.

Aus Mitalipovs Eizellen entwickelten sich winzige Zellhaufen, Blastozysten genannt, in denen sich die wegen ihrer Vielseitigkeit begehrten embryonalen Stammzellen bilden. Die Forscher bauten aus den 308 Eizellen insgesamt zwei Stammzelllinien erfolgreich auf, was einer für das Verfahren typisch niedrigen Erfolgsquote von 0,7 Prozent entspricht. Aus diesen Stammzellen züchteten die Forscher schließlich Herz- und Nervenzellen.

Mit dem Erfolg bei den Affen verbinden die Forscher die Hoffnung, künftig auch gezielt Zellen beim Menschen zu züchten. Mit solchen Stammzellen ließen sich möglicherweise heute noch unheilbare Erkrankungen wie Diabetes, Parkinson oder Querschnittslähmungen behandeln.

Ian Wilmut bedauert in einem begleitenden Kommentar, dass allgemein noch nicht das volle Potenzial dieses Ansatzes erkannt werde: „Wir übersehen immer, dass diese Zellen einen großen Wert für die Grundlagenforschung und Medikamentenentwicklung haben.“ Die Forschung mit geklonten Zellen könnte neue Ansätze liefern, um Erbkrankheiten zu untersuchen.

Im Jahr 2004 hatte der Südkoreaner Woo Suk Hwang behauptet, er hätte durch therapeutisches Klonen menschliche embryonale Stammzellen hergestellt. 2006 stellte sich heraus, dass die Forschungsergebnisse gefälscht waren.

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