Stammzellforschung
Südkoreas Klon-„Pionier“ steht als Lügner da

Der südkoreanische Gentechnik-„Pionier“ Hwang Woo Suk hat seine als bahnbrechend gefeierte Studie offenbar komplett gefälscht: Nach Angaben der Nationaluniversität von Seoul hat Hwang nicht eine einzige für Patienten maßgeschneiderte Stammzelle hergestellt.

HB SEOUL. Hwang und sein Team seien den Beweis schuldig geblieben, jemals maßgeschneiderte embryonale Stammzelllen mit dem Erbgut kranker Menschen erfolgreich geklont zu haben, berichtete am Donnerstag eine Untersuchungskommission der Uni. Die entsprechende Studie Hwangs zur Stammzellenforschung im US-Fachjournal „Science“ sei komplett gefälscht worden.

Mit Blick auf die Abhandlung seien keine Stammzellen gefunden worden, die mit dem Spendenmaterial von Patienten übereinstimmen, teilte der neunköpfige Ausschuss mit. „Hwangs Team legte keine wissenschaftlichen Daten vor, dass Stammzellen erzeugt wurden.“

Bereits in der vergangenen Woche hatte das Untersuchungsteam der Universität mitgeteilt, die von Hwang präsentierten falschen Daten zu neun der elf Stammzell-Linien seien zielgerichtet erstellt worden und kein versehentlicher Fehler. Dabei handele es sich um ein grobes Fehlverhalten, das die Grundlagen der Wissenschaft untergrabe. Der 53-jährige Tiermediziner stellte darauf hin seine Professur zur Verfügung. Doch blieb er dabei, dass sein Team über die Technik zum Klonen embryonaler Stammzellen verfüge. Ziel der Stammzell-Forschung ist es, eines Tages mit dem so genannten therapeutischen Klonen Schwerkranke heilen zu können.

Hwang wurde bis zum Bekanntwerden der Manipulationen in Südkorea wie ein Rockstar gefeiert. Der 53-Jährige wuchs in armen Verhältnissen auf. Sein Vater starb, als er fünf war. Um in den Jahren nach dem Korea-Krieg 1950-1953 die Familie durchzubringen, hütete er Kühe. Als einziger aus seiner Grundschulklasse erhielt er eine weitergehende Ausbildung. 1982 machte er seinen Doktor in Tiermedizin an der SNU. Von 1999 an arbeitete er am Klonen von Tieren. Die südkoreanische Regierung hat Millionensummen ausgegeben, um seine Forschung zu unterstützen.

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