Start der Columbus
Weltraumlabor fertig zum Abflug

Ein Weltraum-Meisterwerk schreibt Geschichte: Mehr als zehn Jahre haben Firmen aus zehn europäischen Staaten gegen politische Unstimmigkeiten und finanzielle Schwierigkeiten angekämpft – mit Erfolg: Am kommenden Donnerstag wird das rund eine Milliarde teure, bemannte Weltraumlabor Columbus zur Internationalen Raumstation ISS aufbrechen.

HAMBURG. Europas Raumfahrer fiebern dem Nikolaus-Tag entgegen. Am kommenden Donnerstag, den 6. Dezember, hoffen sie auf ein besonderes Geschenk: den erfolgreichen Start von Europas neuem bemannten Weltraumlabor Columbus. Die amerikanische Raumfähre Atlantis soll es mit zwei europäischen und fünf amerikanischen Astronauten an Bord und unter Leitung des erfahrenen Shuttle-Kommandanten Steve Frick zur Internationalen Raumstation ISS schleppen. Dort wird es dann fest an die Station montiert.

„Hier wird Geschichte geschrieben“, kündigt der französische Astronaut Léopold Eyharts von der Europäischen Weltraumbehörde (Esa) mit leichtem Pathos an. „Europa hat damit völlig neue Möglichkeiten.“ Eyharts wird mit dabei sein, wenn Columbus in 400 Kilometer Höhe in die ISS eingebaut wird.

Seine Aufregung ist verständlich. Immerhin haben 40 Firmen in zehn europäischen Staaten mehr als zehn Jahre an dem fast eine Milliarde Euro teuren europäischen Weltraum-Meisterstück gebastelt. Immer wieder gab es technische, organisatorische und finanzielle Schwierigkeiten; auch bremsten politische Unstimmigkeiten sowohl innerhalb Europas als auch mit den Amerikanern das Großprojekt. Mehrfach musste der Starttermin verschoben werden.

Doch jetzt ist es so weit. „Ich bin sehr stolz, dass wir nun Columbus zur Raumstation bringen“, sagt der deutsche Esa-Astronaut Hans Schlegel, der selbst kräftig Hand anlegen muss, wenn Columbus aus der 18 Meter langen Ladebucht der Atlantis gehievt wird. Auf Schlegel und seinen amerikanischen Kollegen Rex Walheim wartet gleich nach Erreichen der ISS eine knifflige Aufgabe. Aus Platzmangel musste für das Verladen von Columbus in die Raumfähre Atlantis der große Haltegriff des Labors abmontiert werden. An ihm aber hätte eigentlich der Kran der ISS das Labor packen und von der Raumfähre in die Station hinüber hieven sollen.

Jetzt müssen Schlegel und Walheim in ihren klobigen Raumanzügen zu der weit geöffneten, 18 Meter langen Landebucht der Atlantis hinüber schweben und dort den Haltegriff wieder an das Columbus-Modul montieren. „Das muss genau wie geplant verlaufen“, sagt Flugdirektor Michael Sarafin, „sonst bekommen wir Columbus gar nicht aus dem Laderaum heraus.“

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