Forschung + Innovation
Start der "Discovery" am 13. Juli

Zweieinhalb Jahre nach dem Absturz der Raumfähre „Columbia“ wird am 13. Juli erstmals wieder ein Spaceshuttle starten.

dpa WASHINGTON. Zweieinhalb Jahre nach dem Absturz der Raumfähre „Columbia“ wird am 13. Juli erstmals wieder ein Spaceshuttle starten. „Jeder Flug ist riskant, aber wir haben alles getan, was wir nach derzeitigem Wissensstand tun können, um das Risiko zu reduzieren“, sagte der Direktor der US-Weltraumbehörde Nasa, Michael Griffin, in Cape Canaveral (Florida).

Bei dem tödlichen Unglück der „Columbia“ waren am 1. Februar 2003 alle sieben Astronauten ums Leben gekommen. Damals hatte 82 Sekunden nach dem Start ein abgefallenes Stück Isolierschaum die Hitzekacheln am linken Flügel so stark beschädigt, dass das Shuttle nach Wiedereintritt in die Atmosphäre auseinander brach. Nach den Worten von Griffin sind alle Probleme, die zu dem Absturz führten, behoben worden.

An Bord der Raumfähre „Discovery“ werden unter Kommandantin Eileen Collins (48) am Nachmittag des 13. Juli insgesamt sieben Astronauten zur internationalen Raumstation ISS fliegen. Während des zwölf Tage langen Einsatzes sollen sie 15 Tonnen des lang erwarteten Nachschubs sowie Ersatzteile zur Raumstation bringen. Insgesamt sind drei Weltraumspaziergänge vorgesehen. Bei einem soll nach Nasa-Angaben das Gyroskop - ein Messgerät zum Nachweis der Achsendrehung der Erde - der Raumstation ausgewechselt werden. Die Astronauten wollen außerdem neue Sicherheitsstandards testen. Dazu gehört, dass während des Fluges der Hitzeschild untersucht und neue Reparaturmethoden für defekte Hitzekacheln ausprobiert werden.

Es handelt sich um den 114. Start eines Spaceshuttles und um den 31. Flug der Raumfähre „Discovery“ seit ihrem Erstflug am 30. August 1984.

Die Nasa wird damit ihren ersten Schritt zur Rückkehr zur bemannten Raumfahrt absolvieren. Langfristiges Ziel bleiben Flüge von Astronauten zum Mond und zum Nachbarplaneten Mars. Die Nasa- Spaceshuttle werden künftig auch die geplante Fertigstellung der internationalen Raumstation bis zum Jahr 2010 unterstützen.

Die Nasa hatte nach dem Absturz der Raumfähre „Columbia“ am 1. Februar 2003 alle Spaceshuttle-Flüge eingestellt und ihre drei Raumfähren am Boden gelassen. Die Weltraumbehörde investierte mehr als 1,5 Mrd. Dollar (1,24 Mrd. Euro) für Verbesserungen der Sicherheitsstandards.

Eine unabhängige Untersuchungskommission wies zu Wochenbeginn darauf hin, dass drei von 15 Sicherheitsauflagen für die Rückkehr zum regulären Flugbetrieb nicht erfüllt worden seien. Dazu gehört, dass die Nasa nicht völlig ausschließen kann, dass Isolierschaum- oder Eisstücke die Außenhaut des Shuttles beschädigen. Auch die Techniken zur Reparatur von Löchern während des Fluges wurden als nicht zuverlässig beschrieben.

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