Start des „Columbus“-Weltraumlabors
Europäische Raumfahrt entdeckt neue Welten

Die europäische Raumfahrt fiebert dem Start des „Columbus“-Weltraumlabors entgegen. In einem Jahr soll es endlich zur internationalen Raumstation ISS fliegen. Doch den Europäern stehen noch weitere astronomische Ereignisse bevor.

HB KÖLN. Auf die europäische Raumfahrt kommen spannende Zeiten zu. Im Herbst 2007 soll endlich das Weltraumlabor „Columbus“ zur internationalen Raumstation ISS fliegen, dessen Start sich nach den Katastrophen der amerikanischen Raumfähren um Jahre verzögert hatte. „Es ist Erntezeit. Wir haben wirklich lang gewartet“, sagte der Vorstandsvorsitzende des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), Sigmar Wittig, am Freitag in Köln.

Der Start des in Bremen zusammengebauten „Columbus“-Moduls ist nicht das einzige Ereignis, dem Europas Wissenschaftler und Astronauten entgegenfiebern. Im Dezember dieses Jahres soll bereits Schwedens erster Astronaut Christer Fuglesang mit einem amerikanischen Space Shuttle zur ISS fliegen und dort beim Ausbau der Stromversorgung mitarbeiten. Der deutsche Langzeitastronaut Thomas Reiter soll dann nach rund einem halben Jahr zur Erde zurückkehren. Im Mai 2007 könnte das in Europa entwickelte und in Bremen gebaute „Automatische Transferfahrzeug“ (ATV) erstmals Fracht zur ISS bringen.

Voraussichtlich im August 2007 soll der Italiener Paolo Nespoli mit einer Raumfähre den so genannten Node zwei (Knoten 2) zur ISS bringen und dort montieren. Node zwei ist ein in Italien im Auftrag der US-Weltraumbehörde NASA gebauter Ansatz an die Station, an den wiederum andere Module angedockt werden sollen, darunter das Weltraumlabor „Columbus“. Dessen Start ist frühestens Mitte Oktober geplant. Mit „Columbus“ wird der Deutsche Hans Schlegel als Missionsspezialist zur ISS fliegen und bei der Montage mithelfen.

Es sei „extrem wichtig, „Columbus' im nächsten Jahr zu starten“, sagte Wittig, der auch Ratsvorsitzender der europäischen Weltraumagentur ESA ist. Industrie und Wissenschaft seien auf einen kontinuierlichen Informationsfluss aus dem Raumlabor angewiesen. Bei den Experimenten werde es unter anderem um das Verhalten von Materialien in der beinahe vollständigen Schwerelosigkeit gehen, ferner um den Einsatz von Robotern bei Raumflügen sowie um medizinische Versuche.

„Columbus“ könne nichts besser als das amerikanische Labor, das auf der ISS bereits im Betrieb sei, erläuterte Nespoli in einem Interview der Nachrichtenagentur AP, aber es erweitere die Kapazität der Station. Die bisher vorhandenen Arbeitsplätze seien „natürlich völlig ausgebucht“, sagte der Italiener. Auf der Erde vorbereitete Experimente müssten warten, bis für sie Zeit frei sei. „Mit „Columbus' da oben werden viele andere Versuchsplätze zur Verfügung stehen.“

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