Start-up
Gründerinnen helfen bei ausfallenden Wimpern

Wem die Wimpern ausgehen, der leidet sehr darunter. Hilfe versprechen zwei Düsseldorferinnen: Mit einer in Thailand gelernten Methode hübschen sie auf Wunsch die Augen sogar mit Nerzhaar auf. Wie sich die beiden Gründerinnen in München, Berlin und Düsseldorf etabliert haben.
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DÜSSELDORF. Fehlende Wimpern lassen sich nicht kaschieren. „Die Betroffenen sind in seelischer Not“, urteilt Ahmmed-Ziah Taufig, plastischer Chirurg in Köln. Betroffen sind zum einen Ältere, deren Wimpern allmählich ausfallen oder dünner werden. Es trifft aber auch Krebskranke, denen nach einer Chemotherapie nach dem Kopfhaar schließlich auch die Wimpern ausgehen. Gerade sie sind froh über Abhilfe, weil sie nicht mehr ständig erklären möchten. Und so makaber es klingt: Ihre Notlage macht sie zahlungswillig.

Binnen zwei Stunden können Nora Busch, 43, und Wencke Droppmann, 37, helfen – so ihr Versprechen. Die beiden Gründerinnen, die sich mit ihrem Unternehmen Lash’it auf der Düsseldorfer Königsallee niedergelassen haben, sind Expertinnen für Wimpernverdichtung und -verlängerung. Neben denjenigen, die aus medizinischen Gründen kommen, finden freilich auch Frauen ins Studio, die einfach nur schöner aussehen wollen.

Das Verfahren zur Einzelhaarverlängerung stamme aus Asien, erklären Busch und Droppmann. Die Standardmaßnahme ist eine Wimpernverdichtung mit der Kunstfaser Seidenfibroin, Kosten: 240 Euro. Die exklusivere Variante sind Nerzwimpern für 510 Euro – oder für feierliche Anlässe Augenhärchen mit klitzekleinen Diamanten ab 300 Euro. Letzteres lassen sich meist Bräute für ihre Hochzeit oder Damen vor einem Ballbesuch applizieren.

Je Auge werden 60 bis 90 Wimpern gesetzt. Und weil jeder vier- bis fünfmal im Jahr alle Wimpern verliert – aber eben nicht auf einmal –, benötigen die Lash’it-Kundinnen einen Folgetermin. Denn drei Wochen nach dem Behandeln fallen die ersten eigenen Wimpern aus und die Lücken müssen gefüllt werden.

Jede vierte Kundin ist Chemopatientin oder gehört der älteren Generation an. Bei den Krebserkrankten tragen mitunter auch die Krankenkassen die Kosten, berichtet Busch. Jeder zwanzigste Kunde sei ein Mann. „Und wir haben 90 Prozent Stammkunden“, freut sie sich. Zuweilen nähmen die auch längere Wege auf sich: Manche Kundin komme für eine Behandlung extra aus Frankfurt.

Das ist nicht mehr lange nötig: Die beiden Rheinländerinnen eröffnen im Dezember einen weiteren Laden in Wiesbaden – neben den beiden anderen im Kaufhaus Beck in München und in Berlin nahe dem Ku’damm. Die Standorte zeigen: Es geht um die zahlungskräftige Klientel. Das Stammgeschäft auf der Königsallee brachten die beiden vor drei Jahren an den Start.

Die Werbekauffrau Busch und Friseurmeisterin Droppmann hatten die Idee bei einem gemeinsamen Thailand-Urlaub. „Da ließen wir uns selbst diese Lash Extensions setzen – und waren so begeistert, dass wir schon am nächsten Tag im Internetcafé checkten, ob es das in Deutschland auch gibt“, erinnert sich Droppmann. Das Ergebnis war negativ, der Entschluss schnell gefasst. Ihren Friseursalon in Wuppertal mit sechs Angestellten betreibt Droppmann dennoch weiter.

Um die Technik zu lernen, fuhren sie erneut nach Bangkok und trainierten in einem Schulungszentrum zwei Wochen lang zwölf Stunden am Tag. Das privat aufgebrachte Startkapital betrug 30000 Euro, hinzu kam ein KfW-Darlehen in gleicher Höhe.

Und warum der englische Name? Ganz einfach, sagt Busch: „Weil wir international sein wollten, um eines Tages Studios in Madrid, Mailand oder Paris zu eröffnen.“

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