Forschung + Innovation
Steinzeit-Leiche wird untersucht

Der kürzlich in Niederbayern entdeckte Steinzeitmann stammte vermutlich aus dem Gebiet des heutigen Mittel- oder Ostdeutschland.

dpa ALTDORF. Der kürzlich in Niederbayern entdeckte Steinzeitmann stammte vermutlich aus dem Gebiet des heutigen Mittel- oder Ostdeutschland. Der mehr als 4 300 Jahre alte Tote habe zu der schnurkeramischen Kultur gehört, die es in Südbayern nicht gegeben habe, erklärte Markus Tremmel von der bayerischen Gesellschaft für Archäologie.

Experten begannen am Mittwoch bei Altdorf (Landkreis Landshut) mit der Bergung der aus der Jungsteinzeit stammenden Leiche. Die Arbeiten sollten noch bis zum Abend andauern.

Die schnurkeramische Kultur gab es in der Zeit von 2 800 bis 2 300 vor Christus, sie wurde nach ihrer mit Schnurabdrücken verzierten Keramik benannt. Der Verstorbene sei in der für diese Kultur typischen Hockerstellung bestattet worden. In ganz Bayern seien bislang nur wenige solcher Gräber gefunden wurden, meinte Tremmel.

In den kommenden Wochen soll die Leiche in München wissenschaftlich untersucht werden, unter anderem mit einer Kohlenstoffanalyse. Dabei können eventuell auch das Lebensalter des gestorbenen Mannes und die Todesursache geklärt werden. Nach dem ersten Anschein handele es sich um einen etwa 30 Jahre alten Erwachsenen, erklärte Tremmel. Zudem gebe es am Schädel der Leiche eine Verletzung, die aber auch in den Jahrtausenden nach der Bestattung entstanden sein könnte.

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