Stellplätze optimal nutzen
Neue Wege aus dem Parkchaos

Der Autofahrer ist ein Gewohnheitstier, auch bei der Parkplatzsuche, wissen die Experten. „Statt sich nach den Parkleitsystemen zu richten, warten viele Autofahrer lieber 15 Minuten vor ihrem Lieblingsparkhaus“, sagte Prof. Manfred Boltze von der Technischen Universität Darmstadt bei der Fachtagung und -messe „Parken 2003“ am Mittwoch in Wiesbaden. Andere kreisten auf der Suche nach einem kostenlosen Parkplatz durch die Innenstädte. Mit ausgeklügelter Technik will die Parkhausbranche dem Suchverkehr ein Ende setzen.

HB/dpa WIESBADEN. „In den meisten Städten gibt es ausreichend Stellplätze, sie werden nur nicht optimal genutzt“, sagte Boltze. Allerdings gibt es die Plätze nicht umsonst, und viele Autofahrer wollten nicht akzeptieren, dass Parken kein kostenloses Allgemeingut ist. Das Motto „Freies Parken für freie Bürger“ gelte schon längst nicht mehr, meint der Vorsitzende des Bundesverbandes der Park- und Garagenhäuser, Gerhard Trost-Heutmekers. Schließlich sei Parken ein Wert und ein wichtiger Standortfaktor.

Daher tüfteln alle Beteiligten der Parkbranche ständig an neuen Entwicklungen, um dem Autofahrer die Suche nach dem geeigneten Stellplatz zu erleichtern und das Bezahlen so bequem wie möglich zu gestalten. Bezahlsysteme per Handy sind in der Planung. Der Autohersteller BMW bietet den Besitzern der 7er-Reihe bereits ein speziell ausgestattetes Navigationssystem an, das aktuelle Daten über freie Parkplätze liefert.

„Für 22 Städte in Deutschland, Österreich und der Schweiz wird der Stand ständig aktualisiert, bei den restlichen 62 werden nur der Standort und die Route dorthin angezeigt“, erklärt Bernhard Grüber von der BMW-Verkehrskonzeption. Allerdings ist der Service, der auch aktuelle Informationen wie Börsennachrichten, Apothekennotdienste und Wettervorhersagen bereit hält, nicht ganz billig. Inklusive Navigationssystem, Hard- und Software und der Nutzungsgebühr kostet die komplette Ausstattung 4000 €.

Bis dahin müssen sich die meisten Autofahrer noch auf konventionelle Parkleitsysteme und Internetdienste verlassen. Die Stadt Wiesbaden etwa bietet online detaillierte Informationen zur aktuellen Parkplatzsituation. In Großhadern bei München zeigen die Parkleittafeln nicht nur die Zahl der verfügbaren Park&Ride-Plätze an, sondern auch, in wie viel Minuten der nächste Shuttle in die Stadt fährt.

Mobilität und Flexibilität ist jedoch nicht nur bei den Autofahrern gefragt, auch Parkhäuser verharren nicht mehr an einem Platz. Die Karlsruher Parkhaus AG Vollack und das Bielefelder Unternehmen Goldbeck bieten neben normalen auch mobile Parkhäuser aus Stahl an. Sie können auseinandergeschraubt und an anderer Stelle wieder aufgebaut werden.

Auf konventionelle Technik setzt das thüringische Elektronikunternehmen WSA electronic. „Parkscheinautomaten mit Wechselgeldfunktion sind noch immer voll im Trend“, ist sich Günter Schenk von WSA sicher. Zwar akzeptierten die Automaten auch EC-, Kredit- und Geldkarten, doch oft stünden die Gebühren für die Zahlung in keinem Verhältnis zu den Parkgebühren. „Wir beobachten den Markt allerdings genau und schätzen, dass sich in zehn Jahren die Bezahlung per Handy durchgesetzt haben wird“, sagt Schenk.

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