Stephen Hawking wird 75

Der Typ, der die Zeit erfunden hat

Schwarze Löcher, Mini-Raumschiffe, Gefahren durch schlaue Roboter – Stephen Hawkings Gedankenwelt klingt wie Science-Fiction. Am heutigen Sonntag wird der Physiker mit der Neigung zu populären Themen 75 Jahre alt.
Stephen Hawking bei der Präsentation von „Breakthrough Starshot“ im April 2016. Ziel des Projekts ist es, eine Flotte winziger Raumschiffe zum sonnennächsten Sternensystem zu schicken. Quelle: dpa
Aufbruch ins All

Stephen Hawking bei der Präsentation von „Breakthrough Starshot“ im April 2016. Ziel des Projekts ist es, eine Flotte winziger Raumschiffe zum sonnennächsten Sternensystem zu schicken.

(Foto: dpa)

BerlinKörperlich hilflos, aber der brillante Geist läuft auf Hochtouren: Stephen Hawking gehört zu den bekanntesten Wissenschaftlern unserer Zeit. Am heutigen Sonntag (8. Januar) wird das Genie im Rollstuhl 75 Jahre alt. Ein Geburtstag, den er gar nicht mehr erlebt hätte, hätten sich die ursprünglichen Prognosen der Ärzte zu seiner unheilbaren Krankheit bewahrheitet.

Hawking leidet an der Muskel- und Nervenkrankheit ALS (Amyotrophe Lateralsklerose). Seit Jahrzehnten ist er nahezu bewegungsunfähig. Nur mit Hilfe eines Computers kann er sich mühsam verständigen, nachdem ein Luftröhrenschnitt vor 30 Jahren ihn die Stimme kostete. Von Reisen rund um den Globus halten ihn solche Einschränkungen allerdings nicht ab. Er ist stets mit einem Stab von Leuten unterwegs, darunter auch Krankenschwestern.

Wie Stephen Hawking zu den Sternen reisen möchte
Raumschiffe zu anderen Sternen
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Mit Schützenhilfe des berühmten Physikers Stephen Hawking will Internetinvestor Juri Milner (l.) ein futuristisches Projekt zur Erforschung der Weiten des Alls starten. Ziel des Projekts Breakthrough Starshot sei es, Raumschiffe zum Sternensystem Alpha Centauri zu schicken, kündigte Milner am Dienstag an.

Sternsystem Alpha Centauri
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Alpha Centauri besteht aus drei Sternen und ist das der Sonne am nächsten gelegene Sternensystem – gut vier Lichtjahre entfernt. Die Distanz, die die Raumschiffe überwinden müssen, ist mehr als 2000 Mal so groß wie bei bisherigen Raumfahrtmissionen.

Raumschiff in Miniaturform
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Herzstück des geplanten Raumschifftyps ist der sogenannte Starchip, der alle wesentlichen Instrumente in Miniaturform enthält.

Sonnensegel als Antrieb
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Für den Antrieb soll ein großes Sonnensegel sorgen, das seine Energie...

Laser liefern die Energie
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...von Lasern auf der Erde erhält. Die Energie soll groß genug sein, um die Raumschiffe auf rund ein Fünftel der Lichtgeschwindigkeit zu beschleunigen.

Nach 20 Jahren am Ziel
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Ihr Ziel erreichen sollen die Raumschiffe in 20 Jahren, sagte Milner. Im Sternsystem Alpha Centauri könnten sie auf Planeten stoßen – und möglicherweise sogar auf Anzeichen von Leben. Zugleich würde das Projekt zeigen, dass Reisen zu anderen Sternen prinzipiell möglich sind. Bislang ist die Menschheit mit Raumschiffen nur bis an die Grenzen des eigenen Sonnensystems vorgestoßen.

Stephen Hawking
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„Wir verschreiben uns dem nächsten großen Sprung in den Kosmos“, sagte Hawking bei der Vorstellung des Projekts. „Denn wir sind menschlich und unserer Natur entspricht es zu fliegen.“

An ALS erkrankte Hawking bereits als Physikstudent. Die Krankheit schritt bei ihm sehr langsam voran, sie markierte einen Wendepunkt in seinem Leben: „Plötzlich begriff ich, dass es eine Reihe wertvoller Dinge gab, die ich tun könnte, wenn mir ein Aufschub gewährt würde.“

Auf Isaac Newtons Lehrstuhl

Mit großem Ehrgeiz und scharfem Verstand brachte er es trotz seiner Krankheit zu hohen akademischen Würden. 1979 wurde er Professor für Mathematik in Cambridge, 30 Jahre lang – bis zum Jahr 2009 – hatte er dort den hoch renommierten Lucasischen Lehrstuhl für Mathematik inne. Sein berühmtester Vorgänger in dieser Funktion war Isaac Newton.

Hawking bereicherte die Physik mit seinen Theorien zum Ursprung des Kosmos und zu Schwarzen Löchern. „Ich möchte das Universum ganz und gar verstehen“, sagte er. „Ich möchte wissen, warum es so ist, wie es ist, und warum es überhaupt existiert.“ Hawkings Buch „Eine kurze Geschichte der Zeit“ wurde zum Bestseller und machte ihn auch außerhalb der Wissenschaftswelt populär – obwohl Spötter dem durchaus anspruchsvollen Werk bescheinigten, das vermutlich meistverkaufte ungelesene Buch der Geschichte zu sein.

Hawking erweiterte unser Verständnis vom Universum unter anderem um ein heute als Hawking-Strahlung bekanntes Phänomen - eine Strahlung, durch die Schwarzen Löchern allmählich Energie entzogen wird, sodass sie im Lauf von Jahrmilliarden „verdampfen“. Direkt nachgewiesen werden konnte diese extrem schwache Strahlung bislang zwar nicht, die Gültigkeit von Hawkings Theorie ist aber allgemein akzeptiert.

Reise zu den Sternen
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