Sternenfabrik Lupus 3 Wo neue Sonnen entstehen

Dunkle Wolken aus kosmischem Staub schirmen das Licht junger Sterne vor uns ab. Doch Astronomen liefert der Dunkelnebel Lupus 3 auch so wertvolle Informationen - zum Beispiel über die Geburt unserer eigenen Sonne.
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Eine dunkles Wolkenband aus kosmischem Staub wird vom hellblauen Licht junger Sterne erhellt.
Lupus 3

Eine dunkles Wolkenband aus kosmischem Staub wird vom hellblauen Licht junger Sterne erhellt.

BerlinMit 600 Lichtjahren Entfernung zur Erde liegt die „Sternenfabrik“ Lupus 3 nach astronomischen Maßstäben praktisch vor unserer kosmischen Haustür. Entsprechend gut ist dieses Himmelsgebiet im Sternbild Skorpion inzwischen erforscht. Wissenschaftler der europäischen Südsternwarte ESO haben jetzt das bislang detaillierteste Bild dieser faszinierenden Region veröffentlicht – zusammengesetzt aus mehreren Einzelaufnahmen, die mit dem Riesenteleskop VLT in Chile gemacht wurden.

Lupus 3 gehört zu einem Sternentstehungsgebiet namens Lupuswolken, dessen Name sich vom benachbarten Sternbild Lupus (der Wolf) herleitet. Die Wolken, die sich hier wie Streifen von dunklem Rauch durchs Bild ziehen, bilden einen sogenannten Dunkelnebel. Er besteht aus Gas und Staub, dem Baumaterial neuer Sterne – wobei die Staubpartikel so dicht sind, dass sie alles Licht absorbieren, das die Wolke passieren möchte.

So bleibt dem Betrachter verborgen, dass sich tief im Inneren von Lupus 3 immer wieder dichtere Klumpen des Nebels unter ihrer eigenen Schwerkraft zusammenziehen, um schließlich zu einem Protostern zu kollabieren. Da das Licht dieser jungen Sonnen den dichten Staubschleier des Nebels nicht durchdringen kann, erscheint die Sternenfabrik als schwarzer Fleck am Himmel.

Erst wenn die neuen Himmelslichter mit ihrer Strahlung und ihren heftigen stellaren Winden den Staubschleier weggefegt haben, wird ihr helles Strahlen für irdische Beobachter sichtbar. Die beiden leuchtend blauen Sterne in der Mitte dieses Bildes haben genau diesen Prozess durchlaufen.

Beide sind mit einem Alter von kaum einer Million Jahren noch sehr jung – so jung, dass die stellare Kernfusion in ihrem Inneren noch nicht gezündet hat. Ihre Helligkeit verdanken sie also noch nicht jener Energiequelle, die unsere Sonne erstrahlen lässt. Stattdessen entsteht ihr Licht durch die Umwandlung von Gravitationsenergie in Wärme, da sich ihre Zentralbereiche noch zusammenziehen.

Auch wenn Lupus 3 zu den eher kleineren Sternfabriken zählt, liefert der Nebel Astronomen doch wertvolle Informationen über die Sternentstehung allgemein – und über unsere unmittelbare kosmische Geschichte. Denn unsere Sonne dürfte vor über vier Milliarden Jahren aus einem ganz ähnlichen Nebel hervorgegangen sein. Der Blick auf die Lupuswolke ist also auch ein Blick zurück in die Kinderstube unseres eigenen Sonnensystems.

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