Stiebel Eltron plant Einstieg ins Solargeschäft
Kachel sonnt sich oben ohne

Quer-Einsteiger erobern den Markt für Solarzellen. Ein Schraubenhändler und ein Fensterproduzent mischen schon kräftig mit - nun will nun auch ein Hersteller von Warmwasserboilern vom Solarboom profitieren.

DÜSSELDORF. Ein Aufatmen ging durch die Branche, als die Bundesregierung mit ihren Wochenend-Beschlüssen zur Solarstrom-Vergütung für Investitionssicherheit gesorgt hat. Beim Versuch Licht in Geld zu verwandeln, sind immer häufiger Quereinsteiger anzutreffen: Bosch kauft sich ein beim Solarzellen-Hersteller Ersol, der Schraubenhändler Würth und der Fensterbauer Schüco sind schon seit Jahren im Bau von Solarzellen aktiv - und jetzt kündigt auch der Holzmindener Mittelständler Stiebel einen Einstieg in das lukrative Segment an.

Einen Namen gemacht hat sich das Unternehmen ursprünglich eher mit Handtrocknern, Warmwasserboilern und Wärmepumpen. Ganz überraschend kommt das jetzt angekündigte Engagement in Sachen Sonne aber nicht: Schon zehn Mill. Euro hat Stiebel in die Entwicklung einer neuartigen Solarzelle für Hausdächer investiert. Doch nun wird es ernst: Der Aufbau der Produktion werde weitere 70 bis 100 Mill. erfordern, erklärt der Vorsitzende der Geschäftsführung Rudolf Sonnemann.

"In zwei Jahren könnte unsere Zellfabrik mit der Produktion beginnen", sagt der Firmenchef - und zeigt sich zufrieden mit den nur moderat sinkenden Einspeisevergütungen. "Die Entscheidung der Koalition vom vergangenen Wochenende ist ein Schritt in die richtige Richtung." Sonnemanns Plan: Seine Solarzelle solle erheblich mehr Strom pro Fläche erzeugen können als die bisher marktüblichen Modelle.

Standardmodule von 1,6 Quadratmetern liefern heute bei voller Sonneneinstrahlung 230 Watt. Das neue Modul solle den Wert auf 300 Watt steigern. Um das zu schaffen, hat sich Stiebel die Partnerschaft mit dem Institut für Solarenergieforschung in Hameln (ISFH) gesichert. Mit konstruktiven und produktionstechnischen Tricks ist es den ISFH-Forschern gelungen, den Wirkungsgrad der Photovoltaik-Zellen auf über 20 Prozent zu steigern - im Labor sogar auf 22 Prozent.

"Das ist ein Rekordwert", heißt es bei Stiebel Handelsüblich sind gegenwärtig Wirkungsgrade zwischen 15 bis 17 Prozent. Dieser Effizienzgewinn sei vor allem dort interessant, wo man nur kleine Flächen belegen kann - etwa auf Hausdächern.

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