Forschung + Innovation
Störe aus Kanada in Frankfurt gelandet

Der in Deutschland vor rund 80 Jahren ausgestorbene Stör soll wieder in der Ostsee schwimmen. Elf Fische aus Kanada sind am Mittwoch auf dem Luftweg in Deutschland eingetroffen.

dpa FRANKFURT/MAIN. Der in Deutschland vor rund 80 Jahren ausgestorbene Stör soll wieder in der Ostsee schwimmen. Elf Fische aus Kanada sind am Mittwoch auf dem Luftweg in Deutschland eingetroffen.

Die bis zu zwei Meter langen Fische waren in Spezialkisten von Halifax nach Frankfurt geflogen worden und reisen per Lastwagen nach Mecklenburg-Vorpommern weiter. Dort sollen insgesamt 20 kanadische Tiere den Grundstock für die Nachzucht im Ostseegebiet bilden.

Prof. Frank Kirschbaum vom Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) in Berlin hofft auf Nachwuchs im kommenden Jahr. Ob der Reisestress Auswirkungen auf die Vermehrungsrate hat, müsse abgewartet werden. Neun Störe waren in einem Testflug bereits vor einigen Tagen nach Deutschland gekommen. Die in Südkanada wild gefangenen insgesamt 20 Fische sollen nun als Zuchtgruppe auf Dauer in Gefangenschaft leben. Ihre Jungen sollen in der Oder ausgesetzt werden. Im nächsten Jahr wollen die Forscher die ersten Jungstöre mit Sender versehen und zu Testzwecken in die Freiheit entlassen.

„Seit rund 80 Jahren vermehren sich die Störe nicht mehr in Deutschland. Sie gelten daher seit dieser Zeit als ausgestorben“, erläuterte der Leiter des Fachgebietes Meeresschutz beim Bundesamt für Naturschutz, Henning von Nordheim. Der letzte Stör sei Ende der 1950er Jahre in Deutschland gefangen worden. Das Tier sei jedoch aus Frankreich kommend in die Nordsee geschwommen.

Bei ihrem Auswilderungsprogramm, das vom Bundesumwelt- und Bundesforschungsministerium unterstützt wird, arbeiten die deutschen Wissenschaftler mit kanadischen Kollegen zusammen. Dort werde versucht, die Störe mit künstlicher Vermehrung zu züchten, berichtete Kirschbaum.

Bis etwa 1920 gab es Störe in allen großen deutschen Flüssen. Verschmutzung, Gewässerverbauung und starke Überfischung rotteten die großen Fische aus. Vor allem in der Ostsee war der Stör wegen des Kaviars ein wirtschaftlich sehr wichtiger Fisch. Für die Nordsee existiert bereits ein ähnliches Aufzuchtprojekt.

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