Straßenlärm
Flüsterasphalt für Innenstädte

Bochumer Bauingenieure wollen den Straßenlärm in Innenstädten verringern. Sie haben einen sogenannten Flüsterasphalt entwickelt, der die Fahrgeräusche deutlich reduziert. Für die Anwohner höre sich das so an, als würden rund ein Viertel weniger Autos die Straße befahren, so die Forscher. Die Vorteile des stillen Asphalts.
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DÜSSELDORF. Ab 40 Stundenkilometern ist bei Pkws das Abrollgeräusch der Reifen lauter als der Motor. Eigenschwingungen und das zischende Entweichen der Luft zwischen Gummiprofil und Straße sind die Hauptgründe dafür. Zwar gibt es bereits geräuschdämpfende Straßenbeläge – allerdings bislang nur für Autobahnen. Dieser sogenannter offenporige Asphalt wird auf Teststrecken eingesetzt und nimmt dort die Luft aus dem Reifenprofil auf – allerdings auch den Regen und den Straßenschmutz. Auf Autobahnen ist das kein großes Problem, hier saugen die schnell fahren Autos den Schmutz aus den Poren wieder heraus.

Für die Innenstadt eignet sich der offenporige Asphalt nicht. Nicht nur, weil er teuer ist, sondern auch weil aufwändige Drainagen nötig wären, um dem Regenwasser Herr zu werden.

Die Bochumer Ingenieure haben nun für die Städte eine Alternative entwickelt. Der neue Straßenbelag ist nicht viel teurer als üblicher Asphalt und vereint dessen Langlebigkeit mit den Vorteilen des Flüsterasphalts der Autobahnen. Die lärmoptimierte Asphaltdecke besitzt eine feine Körnung, verbunden mit einem Kunststoffzusatz. Daraus entsteht eine Oberfläche, die so kleine, untereinander verzweigte Poren hat, dass sie Luft aufnimmt, Wasser aber nicht.

Das Profil ähnele einer Ebene mit kleinen Schluchten, so die Forscher. Dadurch verringerten sich gleichzeitig die Eigenschwingung der Reifen, wodurch ein weiterer Geräuschfaktor verschwunden sei.

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