Streit mit Monsanto
Fachblatt zieht umstrittene Genmaisstudie zurück

Seit Monaten streiten Wissenschaftler und Genmaisgegner über eine brisante Studie: Bestimmter Genmais soll bei Ratten zu Krebs führen. Jetzt zog das zuständige Fachblatt die Konsequenzen.
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Cambridge/BerlinEin Jahr nach der Veröffentlichung einer umstrittenen Studie zur Krebsgefahr durch Genmais hat das betreffende Fachmagazin beschlossen, die Arbeit zurückzuziehen. Es gebe Bedenken, dass die Zahl der Versuchstiere zu niedrig und der verwendete Rattenstamm für die Experimente nicht geeignet gewesen sei, teilte der zuständige Verlag Elsevier am Donnerstagabend in Cambridge (USA) mit.

Eine Forschergruppe um Gilles-Eric Séralini von der Universität im westfranzösischen Caen hatte im November 2012 berichtet, dass der gentechnisch veränderte Mais NK603 des Herstellers Monsanto bei Ratten Krebs verursache. Die Wissenschaftler hatten die Tiere zwei Jahre lang mit dem Genmais gefüttert und auch dem zugehörigen Pflanzenschutzmittel Glyphosat ausgesetzt. Séralini führte den frühen Tod der Ratten auf den genetisch veränderten Mais zurück.

Zahlreiche Wissenschaftler und die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) hatten der Untersuchung, die im Fachmagazin „Food and Chemical Toxicology“ erschienen war, schwere Mängel bescheinigt. Der Chefredakteur des US-Fachblatts betonte, die in der Studie veröffentlichten Daten seien zwar richtig, aber nicht aussagekräftig genug. Sie ließen keine definitiven Schlussfolgerungen zu, ob der Genmais oder das Pflanzenschutzmittel bei den Ratten Krebs auslöst oder sie umbringt.

Die Untersuchung von Séralini hatte die Debatte um die Zulassung gentechnisch veränderter Pflanzen in Europa neu befeuert. Der Mais NK603 ist in der Europäischen Union als Rohstoff für die Lebensmittelindustrie oder als Futtermittel zugelassen, aber nicht zum Anbau. Er wird nach Angaben von Christoph Then vom Verband Testbiotech von der europäischen Lebensmittelindustrie jedoch gemieden, wie andere gentechnisch veränderte Pflanzen auch.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Streit mit Monsanto: Fachblatt zieht umstrittene Genmaisstudie zurück"

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  • @ Frank62

    Das ist korrekt! Es gibt weniger Vögel, vor allen Singvögel! Es gibt heute Waldgebiete die sind im Sommer so geräuscharm wie das tote Meer!

    Ich persönlich gebe der Menschheit noch höchstens 100 Jahre bis zum kompletten Exodus! Aber der Untergang hat schon angefangen!

  • Na da sind die Journalien mal wieder schön von Monsanto geschmiert worden!

    Geld regiert halt die Welt!

    Das Genmais-und Soja zu Krankheiten bei Tieren führen ist schon seit 20 Jahren bekannt und in zig diskreditierten Studien bestätigt worden!

    So macht man den Weg frei für die Freihandelszone die sowieso den Untergang Europas bedeutet!

    Genauer gesagt werden in Zukunft alle Europäer gezwungen werden nicht deklarierte genetisch veränderte Nahrung zu sich zu nehmen!
    Ist ja zum Teil schon heute so da fast alles Tierfutter Genmais-und Soja enthält!

    Mahlzeit!

  • „Sie ließen keine definitiven Schlussfolgerungen zu, ob der Genmais oder das Pflanzenschutzmittel bei den Ratten Krebs auslöst oder sie umbringt.“

    Mir ist dass völlig egal ob es am Mais oder am Glyphosat liegt. Das Ergebnis ist das selbe.

    Seit vielen Jahren fahre ich immer die selbe Strecke auf der Autobann. In den letzten drei Sommern ist die Windschutzscheibe sauber geblieben. Früher musste ich die Windschutzscheibe wegen der vielen Insekten regelmäßig reinigen. Ich bin auch der Meinung dass es weniger Vögel gibt. Vielleicht hat jemand anderes auch die Beobachtung gemacht?

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