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Streit um Fundort der „Himmelsscheibe von Nebra“

Im Berufungsprozess um den illegalen Verkauf der 3 600 Jahre alten „Himmelsscheibe von Nebra“ gibt es neuen Streit um den Fundort. Nach Auffassung der Verteidigung stammt der Bronzefund aus Osteuropa und nicht aus Sachsen-Anhalt.

dpa HALLE. Im Berufungsprozess um den illegalen Verkauf der 3 600 Jahre alten „Himmelsscheibe von Nebra“ gibt es neuen Streit um den Fundort. Nach Auffassung der Verteidigung stammt der Bronzefund aus Osteuropa und nicht aus Sachsen-Anhalt.

In der Bronzezeit habe es keine Handelswege gegeben, das Kupfer der Scheibe stamme aus Österreich und das Gold für die Auflagen aus den Karpaten, hieß es zur Begründung am Freitag vor dem Landgericht Halle. Angeklagt sind eine 46-jährige Frau und ein 66-jähriger Mann aus Nordrhein-Westfalen wegen Hehlerei mit der Himmelsscheibe und anderen Bronzefunden.

Obwohl mehrere Bodengutachten vorliegen und Experten erklärten, dass die Scheibe mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit bei Nebra (Sachsen-Anhalt) im Boden lag, stimmte das Gericht der Forderung der Verteidigung nach einer erneuten Anhörung von Bodengutachtern zu. Sollte das Gericht davon überzeugt sein, dass die Himmelsscheibe nicht in Sachsen-Anhalt gefunden wurde, geht die Verteidigung davon aus, dass ihre Mandanten nicht mehr wegen Hehlerei mit einem bedeutsamen Kulturgut des Landes verurteilt werden können.

Die Scheibe gilt als archäologischer Sensationsfund und älteste konkrete Sternenabbildung der Welt. Die beiden Angeklagten waren bei einer fingierten Verkaufsaktion im Februar 2002 in einem Hotel in Basel gefasst worden. Das Duo war 2003 vom Amtsgericht Naumburg wegen Hehlerei zu Bewährungsstrafen verurteilt worden. Die Bestraften fochten das Urteil an, so dass es zum Berufungsverfahren kam.

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