Streit um „Gliese“-Planeten
„Zweite Erde“ wohl äußerst ungemütlich

Der erste möglicherweise entdeckte bewohnbare Planet außerhalb unseres Sonnensystems sorgt für Streit. Der bereits als „Nachbar-Erde“ gefeierte Himmelskörper „Gliese 581c“ im Sternbild Waage ist vermutlich doch zu heiß, um Leben zu ermöglichen. Nun fällt der Blick auf seine Nachbarn.

HB POTSDAM. Potsdamer Forscher halten nur den kürzlich entdeckten, gut 20 Lichtjahre von der Erde entfernten Planeten „Gliese 581d“ für lebensfreundlich, wie das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) am Montag mitteilte. Dagegen waren die Entdecker von der Sternwarte Genf von möglichem Leben auf dem benachbarten „Gliese 581c“ ausgegangen. Ungemütlich aber ist es auf beiden.

Die beiden wegen ihrer Ähnlichkeit zur Erde auch „Super-Erden“ genannten Planeten waren erst im April 2007 entdeckt worden. Sie rotieren um den Roten Zwergstern „Gliese 581“ der mit rötlichem Licht etwa hundert Mal schwächer als unsere Sonne strahlt. Die Genfer Forscher hatten vermutet, dass auf „Gliese 581c“, der etwa fünf Mal so schwer wie die Erde ist, eine Temperatur von minus drei bis plus 40 Grad herrscht. Dann könne dort Wasser als eine Voraussetzung für Leben existieren, folgerten die Schweizer.

Dagegen verweisen die Potsdamer Wissenschaftler darauf, dass in den bisherigen Berechnungen die Auswirkungen einer Atmosphäre und eines Treibhauseffektes nicht berücksichtigt wurden. „Dann kommt man zu höheren Temperaturen“, sagte Werner von Bloh vom PIK der Nachrichtenagentur AP. Die Folge: Für die Existenz von Leben wäre es zu warm auf „Gl 581c“. Stattdessen könnten die Bedingungen für den weiter vom Stern entfernten „Gl 581d“ lebensfreundlich sein. Allerdings ist bislang unklar, ob die Planeten überhaupt von einer Atmosphäre umhüllt sind, die selbst wiederum unabdingbar für Leben ist.

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