Stringbike
Fahrrad ohne Kette

Ein neuartiges Fahrrad kommt ohne Kette aus. Der Antrieb erfolgt über zwei Seile, die abwechselnd von einer Trommel am Hinterrad abgerollt werden. Das Fahrrad soll es sogar ermöglichen, dass die beiden Beine beim Treten unterschiedlich stark belastet werden.
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BERLIN. Das ungarische Unternehmen Stringdrive hat ein neuartiges Fahrrad vorgestellt, das ohne Kette auskommt. Stattdessen überträgt eine Konstruktion aus zwei Rollen und zwei Polymerseilen die Kraft des Tretens auf das Hinterrad. Das sogenannte Stringbike soll einige Vorteile gegenüber einem herkömmlichen Fahrrad bieten.

Polymerseil statt Stahlkette

Wie ein herkömmliches Fahrrad hat auch das Stringbike zwei Pedale, die der Fahrer abwechselnd mit Muskelkraft bewegt. Die Kurbel dreht aber hier kein Zahnrad. Stattdessen wird durch die Rotation der Pedale ein Schwenkarm, der die Form eines Exzenters hat, nach vorn und hinten bewegt. An jedem der beiden Schwenkarme ist eine Rolle befestigt, über die ein Polymerseil zu einer Trommel am Hinterrad läuft.

Tritt der Fahrer das Pedal, bewegt dieses den Schwenkarm nach vorn, und das Seil wird von der Trommel abgerollt. Dadurch dreht sich das Rad. Da die beiden Pedale im Wechsel getreten werden, wird immer Vortrieb erzeugt. In jeder Trommel sitzt eine Feder, die das Seil wieder aufrollt.

19-Gangschaltung

Das Fahrrad verfügt auch über eine Schaltung mit 19 Gängen. Dabei wird die Achse der Rolle am Schwenkarm verschoben. Je weiter oben die Rolle am Schwenkarm sitzt, desto höher ist die Übersetzung. Die Gangschaltung soll gegenüber einer herkömmlichen Kettenschaltung den Vorteil haben, dass sanfter geschaltet werden kann. Außerdem soll auch unter Last geschaltet werden können.

Video: Stringbike - das Fahrrad ohne Kette

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Sollte das Fahrrad eine Reifenpanne haben, soll das Hinterrad schneller ausgebaut werden können als das eines Fahrrades mit einer Kettenschaltung. Die beiden Exzenterscheiben können zudem ausgetauscht werden - je nachdem ob das Fahrrad für Rennen oder als Tourenrad eingesetzt werden soll.

Asymmetrischer Kraftaufwand

Ein weiterer Vorteil ist, dass die Energie, die auf jeder Seite aufgewandt werden muss, angepasst werden kann. Beim herkömmlichen Fahrrad ist sie auf beiden Seiten gleich. Beim Stringbike ist es für einen Fahrradfahrer mit einer Verletzung an einem Bein praktisch, dass das Fahrrad dann so konfiguriert werden kann, dass das schwächere Bein weniger belastet wird als gesunde.

Das Fahrrad soll von dem ungarischen Traditionshersteller Schwinn-Csepel produziert werden. Dort arbeiten auch die Entwickler des Stringbike.

Effizientes Fahrrad

Den Wirkungsgrad des Fahrrades dürfte das Stringbike indes nicht noch weiter erhöhen können - das Fahrrad hat schon eine sehr hohe Effizienz. Forscher in den USA beobachteten vor einigen Jahren ein Fahrrad mit einer Wärmebildkamera. Dabei stellten sie fest, dass nur etwa zwei bis zehn Prozent der Energie, die ein Fahrradfahrer aufwendet, in Wärme umgesetzt wird, also nicht für den Vortrieb genutzt wird. Der Wirkungsgrad eines Fahrrades ist von Faktoren wie den verbauten Komponenten oder dem Zustand abhängig. Er liegt zwischen 70 und mehr als 90 Prozent.

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