Studentenprojekt
Muskelbetriebener Hubschrauber hebt ab

Einer Gruppe von US-Studenten hat einen muskelbetriebenen Hubschraubers konstruiert. Der Jungfernflug war erfolgreich, jetzt geht es für die Jungforscher um viel Geld.
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DüsseldorfAuf der Stelle schweben durch die Lüfte – und das nur mit Muskelkraft. Diesem alten Traum ist eine Gruppe von Studenten der Universität von Maryland einen kleinen Schritt nähergekommen. Dazu bauten sie einen monströs anmutenden Hubschrauber, der wie ein Fahrrad per Pedal angetrieben wird.

Nach einer sichtlichen Kraftanstrengung schwebte die Pilotin mit ihrem riesigen Vehikel für wenige Sekunden über dem Boden. Immerhin erreichte sie dabei eine Höhe von drei bis fünf Zoll (etwa 7.5 bis 12.7 cm), wie Universität auf ihrer Website berichtet. Das Erfolgskonzept: Obwohl der pedalgetriebene Hubschrauber vier Rotoren mit jeweils 13 Meter Spannweite hat, wiegt er weniger als 100 Kilo – und zwar samt der Pilotin.

Der Kurzflug soll aber nur ein erster Schritt für das Gamera-Team um Projektleiter Brandon Bush darstellen. Die Wissenschaftler haben den Igor-Sikorsky-Preis im Auge. Dieser schon 1980 ausgelobte Preis lockt mit einer Prämie von 250.000 US-Dollar. Dazu müsste der Hubschrauber eine volle Minute lang schweben, eine Höhe von drei Metern erreichen und dabei innerhalb eines Gebiets von zehn Quadratmetern bleiben.

Am nächsten kam diesen Vorgaben bislang ein Helikopter namens Yuri 1. Er nutzte einen ähnlichen Ansatz wie das nun gestartete Gamera-Projekt und erreichte damit für 20 Sekunden eine Höhe von 20 Zentimetern. Seitdem wurde es aber ruhig um den von der American Helicopter Society ausgelobten Preis.

Einfacher als Helikopter sind mit menschlicher Muskelkraft betriebene Flugzeuge umzusetzen. So überwand bereits 1979 der Gossamer Albatross im Auftrag der Nasa den Ärmelkanel mit Muskelkraft. Der Pilot benötigte mit dem Leichtbauflugzeug damals 2:49 Stunden.

Das Studenten-Team um Brandon Bush sucht nun nach Möglichkeiten, weiter zu experimentieren. Es sei allerdings schwierig Gebäude zu finden, die groß genug sind, um das riesige Fluggerät aufzunehmen, zitiert das Magazin "New Scientiest" den Wissenschaftler. Experimente außerhalb geschlossener Gebäude sind nicht möglich, da schon kleine Windböen den Hubschrauber aus dem Gleichgewicht bringen könnten. "Hoffentlich sehen unsere Bemühungen ein paar Leute und spenden uns eine Flugzeughalle", so der Forscher.

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  • Mit diesem Helikopter werden sie es leider niemals schaffen. Das Gerät ist fast eine Kopie des Yuri 1. Die Rotoren müssen einen Durchmesser von mindestens 30 m (!) aufweisen und der Pilot muß ein männlicher Athlet sein, der mehr Energiedichte in seinen Oberschenkeln mobilisieren kann.

    Luftikus1

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