Forschung + Innovation
Studie: Einbildung hilft den Schmerz bekämpfen

Statt mit Medikamenten lässt sich Schmerz nach Erkenntnis von US-Neurologen zu einem gewissen Grad auch mit Einbildung bekämpfen.

dpa WASHINGTON. Statt mit Medikamenten lässt sich Schmerz nach Erkenntnis von US-Neurologen zu einem gewissen Grad auch mit Einbildung bekämpfen. Wer schlimmen Schmerzen entgegenbangt, bekommt sie garantiert, schreiben die Forscher in den „Proceedings of the National Academy of Sciences“ (Pnas, doi: 10.1 073/pnas.0 408 576 102) vom Dienstag.

Wer sich aber subjektiv auf einen erträglichen Schmerz einstellt, empfindet diesen dann auch als weniger heftig, fanden Robert Coghill und Kollegen von der Wake Forest Universität in Winston-Salem (US-Staat North Carolina) heraus. Anhand von Hirnaufnahmen wiesen die Forscher nach, dass die Erwartungshaltung eine wichtige Rolle bei der Verarbeitung von Schmerz im Hirn spielt.

Sie beobachteten die Hirnaktivität ihrer zehn Studienteilnehmer mit Hilfe der funktionalen Kernspintomographie (fmri). Noch vor den Aufnahmen informierten die Neurologen ihre Patienten, dass sie im Verlauf des Tests schlimme, mäßige oder milde Schmerzen zu erwarten hätten. Bestimmte Signale bereiteten die Männer und Frauen auf den entsprechenden Schmerz vor. Dann wandten Coghill und Kollegen aber einen Trick an. Sie signalisierten den Probanden milde Schmerzen, obwohl diese in Wahrheit heftig ausfielen.

Zur Überraschung der Neurologen gaben die Probanden einen um etwa 28 Prozent geringeren Schmerz an. Gleichzeitig ließ die Aktivität in jenen Hirnregionen nach, die in die Verarbeitung von Schmerzerwartung und -empfinden eingeschaltet sind. Dieses Resultat zeigt nach Meinung des Teams, dass Psychotherapie bei der Bekämpfung chronischer Schmerzen eine Rolle spielen kann.

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