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Studie: Immer weniger Kinder kommen an Sonntagen zur Welt

Immer weniger Kinder in Deutschland kommen einer neuen Studie zufolge an Wochenenden und an Sonntagen zur Welt. Der Biologe Alexander Lerchl von der International University Bremen (IUB) führt dies auf das Verhalten von Ärzten und Hebammen in Krankenhäusern zurück.

dpa BREMEN. Immer weniger Kinder in Deutschland kommen einer neuen Studie zufolge an Wochenenden und an Sonntagen zur Welt. Der Biologe Alexander Lerchl von der International University Bremen (IUB) führt dies auf das Verhalten von Ärzten und Hebammen in Krankenhäusern zurück.

Diese wollen nach Einschätzung des Professors häufig kostspielige Wochenend-Geburten vermeiden und leiten Geburten und Kaiserschnitte immer öfter medikamentös ein. Der IUB-Professor hatte zwischen 1988 und 2003 mehr als 700 000 Geburten in Nordrhein-Westfalen analysiert und die Ergebnisse mit früheren Zahlen verglichen. Danach wurden zwischen 1900 und 1950 fünf Prozent mehr Kinder an Sonntagen geboren als an jedem übrigen Tag der Woche. „Am Sonntag war es ruhig im Haus, da konnten sich die Frauen besser entspannen“, sagte Lerchl.

In den vergangenen Jahren habe sich dieser Trend umgekehrt: Im Jahr 2003 sind demnach 26 Prozent weniger Kinder am Sonntag zur Welt gekommen als am Freitag, dem Tag mit den meisten Geburten. Auch die Geburtenzahl an Samstagen verringerte sich deutlich. An Freitagen kamen hingegen acht Prozent mehr Babys zur Welt als an Donnerstagen.

„Oft wird den Müttern aus medizinischen Gründen zur künstlichen Einleitung der Geburt oder Kaiserschnitt geraten“, erklärte Lerchl. Dabei seien Risken einer eingeleiteten Geburt nicht zu unterschätzen. Bluthochdruck der Mutter oder Sauerstoffmangel beim Säugling könnten unter anderem die Nebenwirkungen sein. Derzeit sieht Lerchl zwar noch natürliche Geburten in Deutschland in der Überzahl, die Tendenz zur eingeleiteten Geburt sei jedoch deutlich.

Die Arbeit soll in der Zeitschrift „Naturwissenschaften“ veröffentlicht werden.

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